Es gibt verschiedene Arten der Logistik, je nachdem, welchen Vorgang die einzelnen Produkte durchlaufen

Logistikarten in der Lieferkette

20 Oktober 2020

Obwohl die Logistik häufig als ein ganzheitliches Konzept bezeichnet wird, gibt es verschiedene Logistikarten, die abhängig von der Phase, in der sich Produkte befinden, unterschieden werden müssen. Der Begriff „Logistik” bezeichnet also die Gesamtheit dieser Phasen, die von der Herstellung eines Produkts bis zu seinem Verbrauch durch den Endkunden reichen.

Zunächst muss zwischen Vorgängen unterschieden werden, die innerhalb des Lagers stattfinden (Einlagerung, Beschaffung usw.), was als interne Logistik oder Intralogistik bezeichnet wird, und Aufgaben, die außerhalb des Lagers stattfinden (Transport, Auftragsversand usw.), die die externe Logistik darstellen.

Neben dieser ersten Einteilung kann darüber hinaus noch zwischen vier Grundtypen der Logistik innerhalb der Lieferkette unterschieden werden: die Beschaffungs-, die Produktions-, die Distributionslogistik sowie die reverse Logistik. In diesem Artikel werden die einzelnen Logistikarten genauer vorgestellt.

Beschaffungslogistik

Die Beschaffungslogistik umfasst die Verwaltung der Lieferungen, die für den Verkauf und die Herstellung von Fertigprodukten und Halbfertigprodukten erforderlich sind sowie für den Verkauf von Rohstoffen.

Es gibt drei Methoden, wie die Beschaffung in einem Unternehmen gehandhabt werden kann:

  • Just-in-Time: Das benötigte Material wird genau dann geliefert, wenn es zum Abschluss des Produktionsprozesses benötigt wird. Dadurch wird vermieden, dass das Material gelagert werden muss.
  • Synchronisiert mit der Produktion: Die Lieferungen werden geplant und der Produktionsbedarf vorausberechnet. Auf diese Weise ist bereits im Vorfeld bekannt, wann und in welcher Menge die Güter eintreffen und ob sie vorübergehend gelagert werden müssen.
  • Sicherheitsbestand: Es wird mehr Bestand gelagert als erforderlich ist, um den Produktionsbedarf zu decken, falls unvorhergesehene Ereignisse aufgrund von Änderungen der Nachfrage oder Verzögerungen seitens der Lieferanten eintreten.

Zur Durchführung einer effizienten Beschaffungslogistik ist es unerlässlich, verschiedene Variablen zu berücksichtigen, unter anderem: die Auswahl der Lieferanten, die genauen Bestandsmengen, die Häufigkeit der Beschaffung, das verwendete Modell der Bestandsverwaltung sowie die Ladeeinheiten, die für die Lagerung, den Transport und die Handhabung der Güter verwendet werden.

Produktionslogistik

Die Produktionslogistik umfasst und optimiert sämtliche Prozesse vom Einkauf der Rohstoffe bis zur Herstellung des Produkts.

Die zwei gängigsten Fertigungssysteme sind:

  • Push-Prinzip bzw. Fertigung für das Lager: Produkte werden im Voraus produziert und dann im Lager eingelagert. Die Vertriebsabteilung verkauft nur den verfügbaren Bestand.
  • Pull-Prinzip: Fertigung auf Anfrage: Das Produkt wird gefertigt, sobald der Kundenauftrag eingegangen ist.

Hauptziel der Produktionslogistik ist die Verkürzung der Lead Time der Produktion, d. h. der Zeit, die von der Erstellung eines Produktionsauftrags bis zur Fertigstellung des Produkts vergeht.

Die Produktionslogistik zielt darauf ab, die Lead Time eines Produkts zu verkürzen
Die Produktionslogistik zielt darauf ab, die Lead Time eines Produkts zu verkürzen

Distributionslogistik

Die Distributionslogistik, auch Transportlogistik genannt, ist dafür verantwortlich, dass ein Produkt oder eine Ware schnell und effizient zum Kunden gelangt. Es hat wenig Sinn, ein Produkt mit attraktivem, funktionellem Design und zu einem guten Preis anzubieten, wenn es den Empfänger nicht in der vereinbarten Zeit, Form und Menge erreicht.

Die Distributionslogistik kann erfolgen:

  • Direkt: Der Hersteller übernimmt den Vertrieb des Produkts direkt an die Endkunden.
  • Indirekt: Das Produkt wird nicht an den Endkunden geliefert, sondern zunächst an andere Groß- oder Einzelhändler, die dann das Produkt an den Endverbraucher verkaufen.

Die Distributionslogistik greift unmittelbar nach der Herstellung des Produkts ein und erfordert daher Prozesse für Transport, Lagerung, Auftragszusammenstellung und Lieferung an den Kunden.

Die Distributionslogistik umfasst die Lieferung des Produkts an den Kunden.
Die Distributionslogistik umfasst die Lieferung des Produkts an den Kunden.

Reverse Logistik

Die reverse Logistik bezieht sich auf alle Vorgänge und Prozesse, die für die Verwaltung von Produktretouren und Rücksendungen vorgesehen sind. Die reverse Logistik kann wiederum eingeteilt werden in:

  • Retourenlogistik: Sie ist am weitesten verbreitet und hat durch den E-Commerce am stärksten zugenommen. Sie befasst sich mit der Retoure von zurückgesandten Bestellungen an Distributionszentren.
  • Entsorgungslogistik: Sie umfasst das Recycling, die Aufbereitung oder die Rückgewinnung von Konsumrückständen, um diese zu verwerten oder direkt zu entsorgen und somit Umweltschäden zu vermeiden.

Die für eine effiziente reverse Logistik erforderlichen Vorgänge sind praktisch die gleichen wie bei allen anderen logistischen Prozessen. Der Hauptunterschied besteht jedoch darin, dass sie eine genaue Planung erfordern, um zu verhindern, dass die reverse Logistik andere Abläufe im Lager beeinträchtigt.

Verschiedene Arten von Logistikstrategien

Die vier verschiedenen logistischen Phasen werden oft mit den verschiedenen Verfahren verwechselt, die jedes Unternehmen anwenden kann, um die allgemeine Geschäftsstrategie umzusetzen. In diesem Sinne kann zwischen folgenden Logistikstrategien unterschieden werden:

Grüne Logistik. Die auch als nachhaltige Logistik bezeichnete grüne Logistik stellt sicher, dass nachhaltige Maßnahmen durchgeführt und Auswirkungen auf die Umwelt reduziert werden.

Integrierte Logistik. Bei der integrierten Logistik werden alle Abläufe und Abteilungen eines Unternehmens mit dem Ziel koordiniert, Aufträge mit maximaler Effizienz auszuliefern.

Omnichannel-Logistik. Hierbei handelt es sich um die Verfahren, die das Unternehmen anwendet, um sein Lager an die neuen Anforderungen durch den digitalen Verbraucher anzupassen, z. B. daran, dass ein Produkt online gekauft und an ein physisches Geschäft zurückgegeben werden kann. Bei der Omnichannel-Logistik zeichnet sich das Lager dadurch aus, dass pro Tag ein großes Volumen an Aufträgen mit wenigen Einheiten verwaltet wird und allgemein mit sehr engen Zeitfenstern gearbeitet wird.

Logistik 4.0. Sie bezieht sich auf die Automatisierung und Digitalisierung aller logistischen Abläufe. Das Konzept der Logistik 4.0 umfasst nicht nur automatische Lagersysteme, sondern auch die robotergestützte Verwaltung von Lagern durch Vernetzung, Digitalisierung von Informationen und den Einsatz von Cloud-Computing-Anwendungen.

Um die Logistikstrategien zu definieren, die zur Erreichung bestimmter Ziele anzuwenden sind, ist eine gut strukturierte, auf alle beteiligten Parteien abgestimmte logistische Planung unerlässlich.

Die grüne Logistik fördert umweltfreundliche logistische Abläufe.
Die grüne Logistik fördert umweltfreundliche logistische Abläufe.

Für eine effiziente Logistik

Um sich an neue Trends anzupassen, die durch gesellschaftliche Veränderungen und technologischen Fortschritt entstehen, ist es wichtig, die verschiedenen Arten und Strategien der Logistik genau zu kennen. Das Omnichannel-Modell, Blitz-Lieferungen innerhalb von 24 Stunden oder der Aufschwung des E-Commerce sind nur einige der Herausforderungen, die die verschiedenen Logistikarten meistern müssen, um die Ziele der einzelnen Unternehmen zu erreichen.

Bei Mecalux bieten wir seit Jahrzehnten umfassende Lagerlösungen an, die für alle Logistikarten geeignet sind, von herkömmlichen und automatischen Lagersystemen bis hin zu Lagerverwaltungssystemen wie Easy WMS. Es ist nie zu spät, mit der Optimierung Ihrer Logistik zu beginnen. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie sich beraten lassen möchten, wie Sie das Beste aus Ihrem Lager herausholen können.