Implementierung der Logistik 4.0: Eine Mitarbeiterin verwaltet ein Radiofrequenz-Terminal in einem Textillager.

Logistik 4.0: eine sehr gegenwärtige Zukunft

20 Februar 2019

Von der Arbeit mit getrennten Systemen bis zur Hyper-Konnektivität, von Multichannel bis Omnichannel, vom Probleme-beheben zum Probleme-vermeiden durch Big Data: Die Logistik 4.0 wird die Lieferketten verändern (und hat dies bereits getan). Es ist ein neues Paradigma, das auf die komplette Digitalisierung von Prozessen setzt, entstanden aus der vierten industriellen Revolution mit dem Aufkommen von Industrie 4.0.

Bei diesem Ansatz verschwinden Informationsgräber, da der technologische Fortschritt und das Internet der Dinge (IoT) es allen Geräten ermöglichen, miteinander zu kommunizieren und dieselben Daten gemeinsam zu nutzen. Dies führt zu Effizienzsteigerung, erhöht die Geschwindigkeit und minimiert die Verluste bei logistischen Aktivitäten.

Was ist Logistik 4.0?

Die Industrie 4.0 oder vierte industrielle Revolution ist durch Hyper-Konnektivität, neue Informationstechnologien und neue Formen der Arbeit gekennzeichnet, die zwangsläufig mit der Globalisierung und Internationalisierung von Unternehmen einhergehen.

Das Konzept der Logistik 4.0 geht von denselben Grundlagen aus und bezieht sich auf ein Logistikmanagement, das durch Vernetzung, Digitalisierung von Informationen und die Verwendung von Computeranwendungen in der Cloud bestimmt wird. Der Umfang der Komplexität und der zu verarbeitenden Informationen nahm mit jedem Paradigma stetig zu (von 2.0 zu 3.0 zu 4.0). Dies basiert auf dem Fortschritt der Robotisierung und der Standardisierung von Prozessen, die aufgrund der Ausweitung des internationalen Handels obligatorisch wurden.

5 Herausforderungen für die Logistik 4.0

Obwohl die Logistik 4.0 an vielen Stellen der Vertriebskette bereits Realität ist, steht sie noch vor einer Reihe von Herausforderungen, die gelöst werden müssen, wenn die Digitalisierung alle Bereiche der Produktlagerung und -verteilung erreichen soll. Zusammengefasst sind das Folgende:

1. Verkürzung der Reaktionszeiten durch begrenzte Produktion

Der Einzelhandel tendiert immer mehr dazu, mit kürzeren Produktionsintervallen und einer sehr hohen Rotation der Referenzen in Betrieben und Online-Shops zu arbeiten. Es müssen kleinere Sendungen bearbeitet und die Reaktionszeit bei der Lieferung von Bestellungen verkürzt werden. Die Herausforderung liegt darin, eine Flexibilität zu erreichen, die es ermöglicht, ein Produkt immer mehr an die Bedürfnisse des Verbrauchers anzupassen, ohne dabei an Effizienz zu verlieren.

2. Anwendung intelligenter Logistik

Intelligente Logistik in den Betriebsalltag zu integrieren, bedeutet, alle technologischen Möglichkeiten des Marktes zu nutzen. Ein Beispiel ist die Lagerverwaltungssoftware Easy WMS, die die Automatisierung von Lagerprozessen ermöglicht.

3. Förderung der Omnichannel-Strategie

Heute hat Multichannel mittlerweile alle Ebenen des Kundenservice durchdrungen. Es kommt jedoch noch immer vor, dass Informationen, die über die einzelnen Kanäle laufen, unterschiedlich behandelt werden. Dies führt zu Unstimmigkeiten bei der Bearbeitung der erhaltenen Aufträge.

Die Anpassung des Lagers an eine Omnichannel-Strategie setzt dieser Ungleichheit ein Ende, vereinheitlicht den Warenfluss und beschleunigt die Vorbereitung von Aufträgen.

Logistik 4.0 fördert die Hyper-Konnektivität von elektronischen Geräten und verbessert die Lagerabläufe
Logistik 4.0 fördert die Hyper-Konnektivität von elektronischen Geräten und verbessert die Lagerabläufe

4. Vorhersehen von Kundenbedürfnissen

Die Einbindung von big data in die Welt der Logistik ermöglicht es, die Bedürfnisse des Kunden vorherzusagen und somit Angebote zu planen, die mit sehr zuverlässigen Nachfrageprognosen verbunden sind.

Neue Analysetools, die im Umfeld von Logistik 4.0 entwickelt wurden, enthalten Daten zur Verkaufshistorie, Wettervorhersagen, lokale Nachrichten und sogar Gespräche in sozialen Netzwerken, um eine sehr genaue Annäherung an die jeweiligen Bedürfnisse zu erhalten.

5. Kontrolle der Rückverfolgbarkeit des gesamten Prozesses

Effizienzsteigerung in der Logistik bedeutet, die Rückverfolgbarkeit jedes Produkts von einem Ende der Vertriebskette zum anderen zu kontrollieren. Eine große Rolle spielen hierbei zum Beispiel RFID-Tags, die dabei helfen, die Position von Objekten aus der Ferne zu überwachen, aber auch die Computersysteme, in denen sie integriert sind, und deren Standardisierung entlang der gesamten Lieferkette.

Lagerverwaltung und Warenverteilung mit Logistik 4.0

Die Implementierung von Logistik 4.0 in der Lagerverwaltung und in der Distribution von Waren führt zur Anwendung von zukunftsweisenden Methoden wie:

  • dem Einsatz von Drohnen oder autonomen Fahrzeugen ohne Fahrer für die Lieferung von Aufträgen,
  • der prädiktiven Analyse des Verhaltens des Empfängers, um die Anzahl der verpassten Zustellungen zu reduzieren,
  • Echtzeitbewertungen externer Faktoren zur Auswahl der besten Lieferroute und sofortige Anpassung der Routen bei unvorhergesehenen Ereignissen,
  • die Erkennung von Problemen, die den Zustand der Produkte beeinträchtigen können, bevor sie ihr Ziel erreichen.

Es ist denkbar, dass die Logistik 4.0 eine der großen Verbündeten des Just-in-time-Prinzips im Lager wird. Beide Konzepte teilen das Ziel, das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt zum richtigen Kunden zu bringen.