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Die Omni-Channel Strategie hat die Arbeitsweise in Lagern für e-commerce revolutioniert.

Omni-Channel Strategie: Wie kann das Lager an die Anforderungen des e-commerce angepasst werden?

17 Dezember 2018

Der unaufhaltsame Vormarsch des Online-Handels in Europa zwingt die Unternehmen, ein Geschäftsmodell zu implementieren, das den neuen Bedürfnissen der digitalen Verbraucher gerecht wird: das Konzept der Omni-Channel Strategie. Aber was genau bedeutet es und welche Veränderungen bringt es für die Lagerlogistik mit sich? Erfahren Sie in unserem Artikel, wie Sie Ihr Lager rechtzeitig an die digitale Welt anpassen können!

Merkmale der Omni-Channel Strategie

Das Omni-Channel Modell verfolgt das Ziel, die Vorteile von digitalen und klassischen Vertriebskanälen für den Kunden so nahtlos zu verbinden, dass dieser nicht einmal bemerkt, wenn er den Kanal überhaupt wechselt und ihm damit ein orts- und zeitunabhängiges Kauferlebnis geboten wird. Es handelt sich um ein transversales Konzept, das mehrere Bereiche des Unternehmens umfasst, wie z. B. Marketing und Werbung, Kontrolle und Lokalisierung von Beständen, Anpassung der Lieferzeiten, Management von Retouren, etc.

Nach der Omni-Channel Strategie zu arbeiten heißt, sich an neue Verbrauchsmuster anzupassen. Der digitale Kunde hat sich längst an die Unmittelbarkeit gewöhnt und möchte nicht nur jederzeit und überall einkaufen, sondern auch seine Bestellung an jeden beliebigen Ort zu jeder beliebigen Zeit geliefert bekommen und dabei über die entsprechende Kommunikationsform selbst entscheiden. Dies bedeutet eine globale und koordinierte Integration aller verarbeiteten Informationen in Echtzeit - über alle Kanäle hinweg.

Die Omni-Channel Strategie reagiert damit auf die Notwendigkeit, Kundenbeziehungen zu verbessern und gleichzeitig das Volumen abgewickelter Verkäufe zu steigern. Dadurch kommt es natürlich auch zu einer höheren Nachfrage im Herzen der Lieferkette: nämlich im Lager.

Der mit der Omni-Channel Strategie verbundene Paradigmenwechsel hat die heutige Lagerhaltung transformiert und neue Bedürfnisse geschaffen. Die wichtigsten Veränderungen stehen im Zusammenhang mit folgenden Punkten:

  • anders als bei einfacheren Betriebsabläufen innerhalb eines traditionelleren Logistiknetzwerks, werden nun viel größere Auftragsvolumen pro Tag abgewickelt
  • enorme Veränderungen in der Menge der Einzelprodukte, die bestellt werden: Statt ganze Paletten werden viel kleinere Einheiten angefragt. Aber es ist auch möglich, dass beides nebeneinander existiert, was die Infrastruktur und den logistischen Betrieb vor große Herausforderungen stellt
  • Beschleunigung des gesamten Prozesses ab dem Zeitpunkt der Bestellung: die Abläufe vom Kauf bis zum Erhalt der Ware erfolgen in einem noch engeren Zeitrahmen.
Die Omni-Channel Strategie schafft neue Bedürfnisse im Lager.
Die Omni-Channel Strategie schafft neue Bedürfnisse im Lager.

Möglichkeiten zur Anpassung des Lagers an das Wachstum des Online-Handels

Was ist angesichts dieser Veränderungen zu tun, um die Funktionsweise des Lagers an die Omni-Channel Strategie anzupassen?

1. Integration eines leistungsfähigen LVS oder WMS, das sich den Bedürfnissen anpasst

Um die Komplexität, die mit der Omni-Channel Strategie einhergeht, präzise beherrschen zu können, ist ein zentrales Tool als Fundament unerlässlich. Lagerverwaltungssysteme (LVS oder engl. WMS, Warehouse Management Systeme) “schaffen Ordnung” im Lager, d. h. sie optimieren die Prozesse, reduzieren Ausfallzeiten und verhindern Fehler.

Die Funktionalitäten eines an die Omni-Channel Strategie angepassten LVS sind in folgenden Bereichen hilfreich:

  • Bestandskontrolle und -optimierung: Koordination des Materialflusses durch effektives Nachschubmanagement
  • optimale Raumnutzung: Lokalisierung und Optimierung des verfügbaren Raumes bei der Warenzusammenstellung
  • Effizienzsteigerung beim Personal: Optimierung der Aufgabenverteilung, um Betriebszeit und Abläufe zu reduzieren, was letztlich zu mehr Arbeitssicherheit und besserer Ergonomie für die bedienende Arbeitskraft führt
Ein Arbeitnehmer kontrolliert den verfügbaren Bestand mittels eines LVS, das auf die Omni-Channel Strategie angepasst ist.
Ein Arbeitnehmer kontrolliert den verfügbaren Bestand mittels eines LVS, das auf die Omni-Channel Strategie angepasst ist.

2. Prüfen, ob eine Erweiterung oder Umgestaltung des Lagers in Frage kommt

In den letzten Jahren haben sich immer mehr traditionelle Unternehmen dem Trend des e-commerce angeschlossen. Vor diesem Hintergrund gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten: der Bau eines neuen Lagers für die erweiterten Anforderungen des Online-Geschäfts oder die Anpassung des bereits bestehenden Lagers.

In jedem Fall sollte diese Analyse mit Unterstützung von professionellen Logistikberatern durchgeführt werden. Diese sind mit dem neuesten Stand der Technik, die auf dem Markt verfügbar ist, vertraut. Außerdem können sie die Problemstellung als unabhängige Außenstehende besser beurteilen.

Darüber hinaus gewinnt im Rahmen dieser Evaluierung die Prozessautomatisierung an Bedeutung, da sie schnellere Abläufe im Lager ermöglicht. Automatisierung muss aber nicht heißen, dass das Verteilzentrum mit Robotern “überflutet” wird: Manchmal können "kleine Änderungen" wie die automatische Kommissionierung (zusammen mit dem Einsatz eines LVS) zu einer enormen Rentabilitätssteigerung führen.

Die Anpassung der Funktionsweise des Lagers an das Online-Geschäft ist keine unmögliche Aufgabe, wenn wir die operativen Unterschiede zwischen Omni-Channel Strategie und traditioneller Logistik berücksichtigen. In diesem Sinne sollte als Ausgangspunkt immer eine Analyse der aktuellen Prozesse im Lager stehen.