Lagerautomatisierung ist der Schlüssel zur Steigerung der Effizienz in der Produktionslogistik

Wie können Sie die Produktionslogistik optimieren?

24 Januar 2020

Die Produktionslogistik ist traditionell ein linearer und recht vorhersehbarer Bereich. Jahrelang waren die Hersteller das Bindeglied zwischen den Rohstofflieferanten und der Distribution. Die aktuelle wirtschaftliche Realität zwingt die Unternehmen allerdings dazu, sich mit einem ebenso zahlreichen wie heterogenen Materialbestand auf maßgeschneiderte Fertigungsprozesse einzustellen.

Wirtschaftliche Trends wie Just-in-Time, die Internationalisierung der Märkte und die steigenden Anforderungen der Kunden an eine schnelle Lieferung treiben den Wandel der Produktionslogistik voran. In diesem Artikel definieren wir die Charakteristika einer immer komplexer werdenden Produktionslogistik und erläutern die besten Strategien zu deren Optimierung.

Was ist Produktionslogistik?

Die Produktionslogistik oder innerbetriebliche Logistik umfasst die Verwaltung und Optimierung von Lagerprozessen sowie die Materialbewegung in Anlagen, die mit einem Fertigungszentrum verbunden sind. Kurz gesagt, sie umfasst alle logistischen Prozesse, die vom Einkauf der Rohstoffe bis zur Produktentstehung stattfinden.

Betrachtung der Produktionsprozesse

Um besser zu verstehen, wie die Produktionslogistik organisiert sein kann, schauen wir uns kurz die zwei gängigsten Formen der Produktionssteuerung an:

- Push-Prinzip: Fertigung für das Lager

Ein nach dem Push-Prinzip gestaltetes Fertigungssystem kann angewendet werden, wenn das Endprodukt eine breite Nachfrage abdeckt und Standardmerkmale aufweist, die keine kundenspezifischen Anpassungen beinhalten. In diesem Fall stellt die Fabrik aufbauend auf einem gegebenen Plan die Artikel im Voraus her. Diese werden dann direkt an das Lager übergeben und der Vertrieb verkauft nur den im Lager verfügbaren Bestand.

Das heißt, die Artikel werden von einer geplanten Aufgabenerfüllung zur nächsten weiter „geschoben“ oder ge-„pusht“. Ein solcher Plan kann nur mit hohen Beständen und langen Lieferzeiten funktionieren. Oder anders: Push ist notwendig, wenn die Reaktionszeit der Lieferkette länger ist als die vom Kunden akzeptierte Lieferzeit und deshalb ein Vorrat angelegt werden muss.

- Pull-Prinzip: Fertigung auf Anfrage

Einen geringeren Planungsaufwand verursacht die Pull-Produktion. Hier laufen Informations- und Materialflüsse umgekehrt: Es wird erst ein Produktionsauftrag direkt oder indirekt durch einen eingetroffenen Kundenauftrag, also bei Bedarf, ausgelöst. Mit dieser Methode kann das Unternehmen, auch wenn es keine Lagerbestände an Fertigprodukten gibt, dennoch Bestände an Halbfertigprodukten halten. Diese verkürzen dann nach der Bestellung des Kunden die Lieferzeit.

Obwohl es Branchen gibt, in denen das eine oder das andere Prinzip vorherrscht, können beide auch nebeneinander existieren. So werden z. B. im Automobilbereich Standardfahrzeuge (Push-Prinzip) oder auf Anfrage Fahrzeuge mit kundenspezifischen Merkmalen (Pull-Prinzip) hergestellt.

In die Produktionslogistik einbezogene Lager werden in Zonen eingeteilt, wenn sie einen sehr heterogenen Bestand aufweisen
In die Produktionslogistik einbezogene Lager werden in Zonen eingeteilt, wenn sie einen sehr heterogenen Bestand aufweisen

Die Beziehung zwischen Produktion und Logistik in der Industrie

Die Aufgabe der Produktionslogistik ist es, die Lead Time der Produktion, d. h. die Zeit von der Erstellung eines Arbeitsauftrages bis zur Fertigstellung des Produktes zu reduzieren.

Um die Produktionszeiten zu verkürzen, entscheiden sich viele Industrieunternehmen für lokale Lieferanten von Materialien und Komponenten. Dieser Trend hat die Verlagerung von Unternehmen teilweise umgekehrt: So sind laut Industry Week im Jahr 2018 die produzierenden Unternehmen, die sich wieder in den USA niedergelassen haben, um 38 Prozent gestiegen.

Ein weiterer entscheidender Faktor in der Produktionslogistik ist das Bestandsmanagement, das für eine schnellere Fertigung unerlässlich ist. Dafür muss das Lager die beiden Arten der Nachfrage, die sich auf die Produktionslogistik auswirken, effektiv verwalten können: die Nachfrage der Endkunden auf der Grundlage von Verkaufsprognosen oder Aufträgen, die vom Werk angefordert werden (vom Produktionsprozess unabhängige Nachfrage) und die Nachfrage der Fabrik, die alle für die Herstellung des Endprodukts benötigten Rohstoffe vom Lager anfordert (vom Produktionsprozess abhängige Nachfrage).

Durch dieses Konzept der Werksnachfrage kann das herstellende Unternehmen mit Sicherheit berechnen, welche Rohstoffe der Produktionsbetrieb zur Herstellung der einzelnen Produkte benötigt. Hierbei seien die Methoden der Stückliste (Bill of Materials - BOM) und der Materialbedarfsplanung (Material Requirement Planning - MRP) genannt. Die Stückliste bezeichnet den Bestand oder die Liste der Komponenten, die für die Herstellung von Produkten benötigt werden, während das MRP-System die Computersoftware ist, die festlegt, welche Materialien in welcher Menge zur Herstellung eines bestimmten Produkts benötigt werden.

Zur Koordination der Produktions- und Logistikbereiche gehört es, diese beiden Arten der Nachfrage (vom Produktionsprozess abhängig und unabhängig) zu steuern und die Industrielager entsprechend zu organisieren. An Produktionsstätten angeschlossene Lagereinrichtungen können fertige Produkte, Komponenten und Rohstoffe für den Produktionsprozess oder Teile und Ersatzteile für den After-Sales-Service aufnehmen.

In die Produktionslogistik integrierte Lager können Lieferungen mit besonderen Merkmalen aufnehmen
In die Produktionslogistik integrierte Lager können Lieferungen mit besonderen Merkmalen aufnehmen

So optimieren Sie das Lager für die Industrielogistik

Nach der Idee der Lean Logistik, einer Philosophie der schlanken Produktion, basiert eine effektive Produktionslogistik auf der Reduzierung derjenigen Vorgänge, die keinen Mehrwert für das Produkt bringen. Beispiele hierfür sind u. a. interne Transporte, Warteschlangen oder Wartezeiten zwischen Prozessen oder Lagerüberbestände.

Das Ziel ist es, einen besseren Service anzubieten und eine generelle Kostenreduzierung zu erzielen. Aber wie lässt sich dies erreichen?

- Maßgeschneiderte Automatisierung des Produktionsprozesses

Wenn Lager für direkt aus der Produktion kommende Bestände dienen, müssen sie für die Aufnahme und den Transport großer Warenmengen, in der Regel Paletten, vorbereitet sein. Die Automatisierung des Materialtransports ist eine weit verbreitete Lösung, wenn es sich um wiederholende Prozesse und schwere Lasten handelt. Darüber hinaus wird der Platz optimiert und die Produktivität der Anlage durch eine enorme Reduzierung von Störfällen im Warenumschlag verbessert.

Es gibt aber auch Teile- und Ersatzteillager für die Industrielogistik, deren Zweck auf die Vorbereitung von Aufträgen zur Versorgung von Produktionslinien ausgerichtet ist. Da es sich dabei in der Regel um sehr heterogene Bestände und kleine Ladeeinheiten handelt, ist eine der gängigsten Strategien die Zonierung des Lagers nach der ABC-Methode und die Automatisierung der Materialbewegung mit Rollenbahnen zur Verbindung der verschiedenen Bereiche.

- Software für das Prozessmanagement in der Produktionslogistik

Das LVS für die Produktion ergänzt die Grundfunktionen einer Lagerverwaltungssoftware um weitere, speziell auf die Optimierung des Fertigungsbereichs ausgerichtete Funktionen. Diese Programme, die in gewissem Sinne als MRP-Systeme arbeiten, steuern und koordinieren das Verhältnis zwischen Kundenbedarf und produktionsabhängiger Nachfrage.

Lagerverwaltungssysteme haben sich als ein wichtiges Werkzeug erwiesen, um eine umfassende Sicht auf den Bestand in Verbindung mit den Produktionsaufgaben zu bekommen. Ein auf die Produktion spezialisiertes LVS vereinfacht:

  • die Gliederung nach Bestandsarten: In der Produktionslogistik können dies Rohstoffe, unfertige oder halbfertige Erzeugnisse oder Lagerbestände von Fertigerzeugnissen sein.
  • die Anzeige der Bestände in Echtzeit: Die Software ermöglicht jederzeit Informationen über die aktuelle Anzahl und des Status der Waren.
  • die Produktion Just-in-Time: Diese Methode wäre ohne automatisierte Lagerverwaltung nicht realisierbar.

Die Notwendigkeit der Integration in die Produktionslogistik

Derzeit befindet sich die Branche in einer flexiblen und diversifizierten Fertigungslandschaft, in der ein effektiver Kundenservice von der richtigen Produktionslogistik abhängt. Vor diesem Hintergrund sind Automatisierung und die Implementierung von LVS, die auf Fertigungsprozesse spezialisiert sind, zwei Schlüsselstrategien zur Optimierung der Produktionslogistik. Wenn Sie genauer wissen möchten, wie Sie die innerbetriebliche Logistik Ihres Unternehmens effizienter gestalten können, wenden Sie sich an uns! Einer unserer Experten wird Ihre Situation analysieren und Verbesserungsvorschläge für Ihre Einrichtungen erarbeiten.