Die Beschaffungslogistik umfasst die Beschaffung und Lagerung von Gütern

Beschaffungslogistik: eine Schlüsselrolle in der Lieferkette

29 September 2020

Die Beschaffungslogistik bezeichnet den ersten Schritt, den Produkte in einer Lieferkette durchlaufen, nämlich die Beschaffung und Lagerung. Doch was kann getan werden, um diesen Prozess dynamischer zu gestalten und damit eine größere Rentabilität zu erreichen?

In diesem Artikel werden diese Fragen beantwortet. Darüber hinaus wird erläutert, welche Auswirkungen die Beschaffungslogistik auf die Produktionskosten hat, welche Vorteile sie bietet und welche Beschaffungsarten es gibt.

Was bedeutet Beschaffungslogistik?

Die Beschaffungslogistik befasst sich mit der Verwaltung der Lieferungen, die für den Vertrieb und die Herstellung von Fertigprodukten, Halbfertigprodukten und Rohstoffen erforderlich sind, um so den reibungslosen Ablauf der übrigen Vorgänge in der Lieferkette zu gewährleisten.

Um zu verstehen, was Beschaffungslogistik eigentlich bedeutet, muss zunächst ihr Konzept definiert werden. Die Aufgabe der Beschaffung besteht darin, die für die Tätigkeit des Unternehmens (Produktion bzw. Vertrieb) erforderlichen Materialien zu erwerben und sie bis zum Beginn des Produktions- oder Vertriebsprozesses zu lagern.

Handelt es sich beispielsweise um ein herstellendes Unternehmen, so konzentriert sich die Beschaffungslogistik auf den Erwerb von Rohstoffen, Materialien, Teilen usw. Im Falle eines Dienstleistungsunternehmens verwaltet die Beschaffungslogistik den Erwerb von Waren und Fertigprodukten vom Lieferanten bis zum Lager.

Aufgaben der Beschaffungslogistik

Alle Aufgaben im Zusammenhang mit der Beschaffungslogistik lassen sich in drei Vorgänge zusammenfassen.

Der erste Vorgang umfasst den Erwerb der Waren, d. h. den Prozess des Einkaufs der von der Produktions- bzw. Vertriebsabteilung benötigten Produkte, die Auswahl der Lieferanten und die Prüfung von Preis, Qualität, Lieferzeit, Zahlungsbedingungen usw.

Der zweite bezieht sich auf die Lagerung, da die Produkte, die später von der Produktionsabteilung verwendet werden, an einem Ort untergebracht werden müssen. Ist das Produkt bereits gefertigt, muss es ebenfalls bis zum Versand an die Endkunden gelagert werden.

Die dritte Aufgabe in der Beschaffungslogistik besteht darin, den Bestand zu verwalten und die Menge des zu verarbeitenden Materials sowie die Häufigkeit der Lieferaufträge zu bestimmen, um den Produktions- und Vertriebsbedarf des Unternehmens zu decken.

Die Lagerung ist der zweite Vorgang in der Beschaffungslogistik
Die Lagerung ist der zweite Vorgang in der Beschaffungslogistik

Arten der Beschaffung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Beschaffung, abhängig davon, wie weit im Voraus die Lieferungen eingehen oder wie schwankend unsere Nachfrage ist. Die drei Hauptmethoden zur Verwaltung der Beschaffung eines Unternehmens sind:

  • Just-in-time: Bei just-in-time werden die Materialien bedarfsgerecht erworben, d. h. sie müssen nicht gelagert werden. Durch dieses Verfahren werden die Lagerhaltungskosten gesenkt, jedoch erhöht sich das Risiko, dass Material fehlt oder eine übermäßige Abhängigkeit von Lieferanten entsteht.
  • Synchronisiert mit der Produktion: Die Anforderungen der Produktion bestimmen das Tempo beim Erwerb von Beständen. Auf diese Weise wird mit einer gewissen Zeit im Voraus eine Planung mit den genauen Terminen erstellt, an denen die Lieferanten die Waren liefern werden. Diese Methode senkt ebenfalls die Lagerhaltungskosten und minimiert gleichzeitig das Risiko möglicher Out-of-Stock-Situationen.
  • Sicherheitsbestand: Durch die Bildung eines Sicherheitsbestandes steht ein zusätzlicher Bestand zur Verfügung, um auf unvorhergesehene Situationen aufgrund von Änderungen der Nachfrage oder Verzögerungen seitens der Lieferanten reagieren zu können. Dies bedeutet zwar höhere Lagerhaltungskosten, vermeidet jedoch Out-of-Stock-Situationen. Allerdings ist hierzu eine strengere Kontrolle des gesamten Versorgungs-, Produktions- und Vertriebsprozesses erforderlich, da eine zu lange Lagerung in den Anlagen die Qualität mindern und zu einer Verschlechterung des eingelagerten Bestands führen kann.

Alle Methoden der Beschaffungslogistik sind gleichermaßen gut geeignet. Daher entscheidet jedes Unternehmen entsprechend seiner Anforderungen, seiner Arbeitsweise und seiner Ressourcen, mit welcher Methode die Beschaffungslogistik am besten durchgeführt wird.

Zu berücksichtigende Aspekte in der Beschaffungslogistik

Um eine schnelle und effiziente Beschaffungslogistik zu gewährleisten, müssen Unternehmen verschiedene Aspekte berücksichtigen, unter anderem:

  • Versorgungsflüsse. Es sollte festgelegt werden, welcher Bestand mit welcher Häufigkeit geliefert werden soll, damit die erforderlichen Güter jederzeit verfügbar sind. Darüber hinaus muss dieser Bestand anschließend verwaltet werden.
  • Bestandstyp. Das Modell des Bestandsmanagements, das am besten für die Lieferkette geeignet ist und das den Kundenservice sowie die Rentabilität des Unternehmens erhöht, sollte ermittelt werden.
  • Nachfrage. Es sollten Schätzungen der zukünftigen Kundennachfrage auf Grundlage historischer Daten (Big Data) gemacht werden.
  • Lieferanten. Eine gute Auswahl der Lieferanten garantiert ein Qualitätsprodukt und die pünktliche Lieferung der Waren.
  • Materialannahme. Es sollte unbedingt überprüft und sichergestellt werden, dass die angenommenen Waren den bestellten Produkten entsprechen.
  • Ladeeinheit. Es sollte die Ladeeinheit bzw. die Ladeeinheiten gewählt werden, die für die Lagerung, den Transport und die Handhabung der Waren am besten geeignet ist (Behälter, Palette, Container usw.).
Die korrekte Verwaltung der Bestände ist für eine effiziente Beschaffungslogistik unerlässlich
Die korrekte Verwaltung der Bestände ist für eine effiziente Beschaffungslogistik unerlässlich

Welche Vorteile bietet die Beschaffungslogistik?

Die Planung und Erstellung einer Strategie für den Erwerb von Materialien sowie deren anschließende Lagerung ist unerlässlich. Daher ist es ratsam, eine effiziente Beschaffungslogistik zu betreiben, die es beispielsweise ermöglicht, die Lieferzeiten besser vorhersagen zu können und somit die Pünktlichkeit und die Durchführung der Vorgänge zu verbessern.

Ein weiterer großer Vorteil einer effizienten Beschaffungslogistik liegt in der Kostensenkung. So muss man sich keine Sorgen mehr darüber machen, dass man mehr Produkte kauft, als man braucht, und diese dann zu ungenutztem Bestand werden, was zu unnötigen Lagerhaltungskosten führt. Die Produktionskosten werden ebenfalls gesenkt, da die Waren, die für die Aufrechterhaltung des festgelegten Produktivitätsniveaus erforderlich sind, stets verfügbar sind, ohne dass es zu Out-of-Stock-Situationen kommt.

Ebenso können Sie durch die Auswahl guter Lieferanten die Transportkosten minimieren und regelmäßig und kostengünstig mit qualitativ hochwertigem Material versorgt werden. Ziel ist es, den Kundenservice und den Ruf der eigenen Marke zu verbessern, indem man eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Lieferkette gewährleistet.

Systeme und Technologien, die in der Beschaffungslogistik angewandt werden sollen

Die Verwendung von Systemen wie MRP, ERP oder LVS ermöglicht die Digitalisierung der Auftragskontrolle, sowohl im Produktionsprozess als auch im Vertrieb. Ein weiterer, immer weiter verbreiteter Trend ist das E-Procurement. Hierbei werden alle Vorgänge mit den Lieferanten, insbesondere beim Einkauf, in digitaler Form abgewickelt.

Auf logistischer Ebene ermöglicht ein Lagerverwaltungssystem, das vollständig mit einem ERP-System kompatibel und integrierbar ist, durch Meldungen und Berichte jederzeit den optimalen Bestand für die Produktion oder den Vertrieb aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus bietet es die automatische Ausführung von Bestellungen an Lieferanten und damit die Wiederauffüllung der Waren, bevor sie den festgelegten Mindestbestand erreichen.

Sobald die Waren im Lager eingetroffen sind und korrekt identifiziert wurden, erstellt die Software je nach Umschlagshäufigkeit, Verfallsdatum, Zugriff usw. die am besten geeignete Strategie zur Einlagerung der Waren (Slotting).

Nicht zuletzt garantiert ein LVS wie Easy WMS von Mecalux die vollständige Rückverfolgbarkeit des Produkts in sämtlichen Phasen. Es überwacht die Bewegungen, um Berichte mit historischen Daten zu erstellen, mit denen saisonale oder periodische Nachfragespitzen frühzeitig erkannt und vorbereitet werden können, um so die Nachfrage optimal vorhersehen zu können.

Das LVS garantiert eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Produkte in sämtlichen Phasen der Beschaffungslogistik
Das LVS garantiert eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Produkte in sämtlichen Phasen der Beschaffungslogistik

Gute Praktiken für alle

Für die Zukunft der Lieferkette ist es von entscheidender Bedeutung, den Fokus auf die Beschaffungslogistik zu legen. Die komplexe Verwaltung von Liefermengen und -häufigkeit, die Überprüfung von Nachfrageprognosen und deren Auswirkungen auf den Bestand sowie die Verbesserung der Kommunikation mit Lieferanten sind nur einige der Herausforderungen, die die Beschaffungslogistik mit sich bringt.

Die Umsetzung bewährter Verfahren ist viel einfacher, als es den Anschein hat, wenn Sie über die erforderlichen Ressourcen verfügen, z. B. geeignete Lagersysteme und eine wettbewerbsfähige Lagerverwaltungssoftware. Bei Mecalux sind wir darauf spezialisiert, Ihnen die Logistiklösung anzubieten, die Ihren Anforderungen am besten entspricht. Im Hinblick auf die Beschaffungslogistik verfügt Easy WMS über das Modul LVS für die Produktion, mit dem Sie die Versorgungsprozesse der Produktionslinien vollständig in das Lager integrieren können. Kontaktieren Sie uns, um weitere Informationen zur Optimierung Ihrer Lagerprozesse zu erhalten.