Lesegeräte und Datenerfassungssysteme sind für die Rückverfolgbarkeit von Produkten unerlässlich

Die Bedeutung der Rückverfolgbarkeit von Produkten

26 Juni 2019

Das Konzept der Rückverfolgbarkeit von Produkten bezieht sich auf die Möglichkeit, die Herkunft und die verschiedenen Phasen eines Produktes zu ermitteln, die es durch den gesamten Produktionsprozess und die anschließende logistische Distribution bis hin zum Endverbraucher durchläuft. Dies geschieht durch eine Reihe von Verfahren mit denen der Standort eines Produkts innerhalb der Lieferkette zu jedem Zeitpunkt bestimmt, sein Weg verfolgt oder schon vorher festgelegt werden kann.

In diesem Artikel sprechen wir über die Eigenschaften und erklären die Elemente solcher Systeme.

Welche Vorteile hat die Rückverfolgbarkeit von Produkten?

Die Einrichtung eines Systems zur Rückverfolgung beinhaltet die Herstellung einer direkten Verbindung zwischen dem physischen Warenfluss und dem damit verbundenen Informationsfluss.

Die Vorteile von Systemen zur Rückverfolgbarkeit von Produkten sind für jeden Beteiligten vielfältig:

  • Für Unternehmen: Es können kritische Punkte entlang der Lieferkette identifiziert werden. Dadurch werden Probleme, die aus einem unsachgemäßen Handling der Ware entstehen, behoben, und die Produktivität gesteigert. Folglich erhöht sich damit auch die Qualität der angebotenen Dienstleistungen.
  • Für den Verbraucher: Das Vertrauen in den Kauf von Produkten und Dienstleistungen nimmt zu, insbesondere in einer globalisierten Wirtschaft mit komplexen nationalen und internationalen Warenströmen. Darüber hinaus ist mit dem Aufkommen des e-commerce die Rückverfolgbarkeit von Produkten immer wichtiger geworden, weil damit die Ungewissheit für viele Online-Käufer reduziert wird und sie auch eng mit der neuen Omni-Channel-Strategie sowie der e-Logistik verbunden ist.
  • Für die Behörden: In Branchen, in denen es um die öffentliche Gesundheit geht, wie beispielsweise im Pharma- und Lebensmittelsektor, sind Systeme zur Nachverfolgung obligatorisch und seit Jahren stark reguliert.

Varianten der Nachverfolgung

Die Rückverfolgbarkeit von Produkten kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden:

ENTSPRECHEND DER RICHTUNG DER NACHVERFOLGUNG

1. Tracing

Mit diesem System der Rückverfolgung kann der Ursprung einer Lieferung oder Ladeeinheit identifiziert werden. Es ist damit möglich, die verschiedenen Produktionsstufen (vom verwendeten Rohstoff bis zur endgültigen Lieferung) nachträglich zu analysieren.

Diese Art der Rückverfolgung findet beispielsweise Anwendung, wenn es eine gesundheitliche Warnung aufgrund einer Kontamination von Lebensmitteln gegeben hat. Man kann damit den gesamten Herstellungsprozess retrospektiv verfolgen, die betreffende Stelle ausfindig machen und das Produkt gegebenenfalls vom Markt nehmen.

2. Tracking

Es bietet die Möglichkeit, den Weg einer Ladeeinheit oder Warengruppe zu verfolgen und liefert Informationen zum Status der Zustellung. Es ist die am häufigsten verwendete Methode, um die Schritte zu dokumentieren, die das Produkt bei einem Online-Kauf bis zum endgültigen Bestimmungsort durchläuft.

Typischerweise läuft “Tracking and Tracing” wie folgt ab:

Das Diagramm zeigt ein Beispiel für die Prozessschritte innerhalb des Systems der Nachverfolgung von Produkten
Das Diagramm zeigt ein Beispiel für die Prozessschritte innerhalb des Systems der Nachverfolgung von Produkten

ENTSPRECHEND DEM BEZUG AUF DAS UNTERNEHMEN

1. Interne Rückverfolgung

Interne Rückverfolgbarkeit umfasst den gesamten Weg des Produktes durch die Produktionskette des Unternehmens bis zum Versand. Die Schwierigkeit liegt hierbei darin, alle Bewegungen und Handhabungen des Produktes im Detail zu identifizieren und zu registrieren.

Im Bereich der Lagerung ist dies dank der SKU-Codierung und durch den Einsatz eines Lagerverwaltungssystems durchaus machbar. Handelt es sich jedoch beispielsweise um einen Lebensmittelhersteller, muss auch jede Zusammensetzung von Rohstoffen und Halbfabrikaten protokolliert werden.

2. Externe Rückverfolgung

Von externer Rückverfolgung spricht man, wenn die Identifizierung und Registrierung die Grenzen des Unternehmens überschreiten. Sie umfasst alle Glieder der Lieferkette sowie den Transportweg im Ausland (wenn er von externen Dienstleistern durchgeführt wird). Daher muss das Kodierungssystem von allen am Warenfluss beteiligten Akteuren gemeinsam genutzt werden können. Eine reine interne Identifikation (z. B. durch SKU) ist nicht ausreichend.

Elemente eines Nachverfolgungssystems

1. Identifizierung und Codierung von Waren

Eine der Säulen, auf denen die Rückverfolgbarkeit von Produkten basiert, ist die eindeutige Identifizierung von Ladeeinheiten oder Warengruppen. Die Integration dieser Informationen in die Lieferkette ist nur durch den Einsatz einer einheitlichen und allen Beteiligten gemeinsamen Sprache möglich, die eine automatisierte Datenerfassung erlaubt.

Die am weitesten verbreiteten Methoden sind:

  • Barcode (UPC, EAN): Er wird weltweit am meisten zur Produktkennzeichnung verwendet. Dieses System nutzt eine gemeinsame Sprache, um eindeutige Codes zu erstellen und so Produkte anhand einer Reihe von Zahlen mit ihrem Äquivalent in Form von Balken zu identifizieren. Die GS1-Organisation legt auf der Grundlage der GTIN (Global Trade Item Number) Kodierungsstandards für verschiedene Arten von Informationen fest, die mit jedem Produkt verknüpft sind. Diese Nummer kann von anderen ergänzt werden, die zusätzliche Informationen hinzufügen, wie z. B. die Charge, die SIN (Sendungsidentifikationsnummer) oder der SSCC (Serial Shipment Container Code).
  • RFID (Radio Frequency Identification): Der RFID-Transponder (sog. Funketikett) befindet sich am Produkt und enthält einen Code mit dessen Informationen. Ist ein Lesegerät in seiner Nähe, wird der Transponder aktiviert und gibt die Information aus. Es ist eine weniger verbreitete Methode als das Auslesen mittels Barcode. Zudem ist die Implementierung teurer. Der Hauptvorteil besteht darin, dass keine direkte Sichtverbindung für die Extraktion von Informationen erforderlich ist, wodurch sich die Geschwindigkeit und Genauigkeit der Aufzeichnungen verbessert.

2. Datenerfassungs- und Aufzeichnungssysteme

Sobald die Produkte über ein Standard-Kodierungssystem verfügen, ist es notwendig, Datenerfassungsgeräte einzusetzen, die als Brücke zwischen der physischen und der digitalen Welt fungieren, um diese Informationen für spezielle Software umzuwandeln.

Diese Geräte (z. B. Barcodeleser, Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren sowie RFID-Antennen) sind für die Beschaffung und Aufzeichnung der Informationen verantwortlich, die sie an die Software übermitteln. Im Lager können sie auch in Palettenkontrollstationen oder automatische Fördersysteme integriert werden. Spracherkennungs- (Pick by Voice) oder Funkfrequenzgeräte gehören ebenfalls hier dazu.

3. Datenverarbeitungssoftware

Die Verbindung zwischen dem Informationsfluss und dem physischen Warenverkehr ist nur durch ein integriertes Computersystem möglich, das alle Daten zusammenführt, verarbeitet und mit allen Beteiligten teilt.

Dadurch ermöglicht sich:

  • eine einheitliche Sammlung und Speicherung von Informationen über den Transportweg des Produktes.
  • eine dem Nutzen angepasste Strukturierung der Daten.
  • eine optimierte Verbindung zwischen den Geräten und den Akteuren, die entlang der gesamten Lieferkette an der Handhabung des Produkts beteiligt sind.
Ein Bediener überprüft die Aufzeichnung der Daten im Zusammenhang mit der  Rückverfolgbarkeit von Produkten
Ein Bediener überprüft die Aufzeichnung der Daten im Zusammenhang mit der Rückverfolgbarkeit von Produkten

Die am häufigsten in Nachverfolgungssystemen vorkommende Software ist:

  • ERP (Enterprise Resource Planning): arbeitet als integrative Software, bei der verschiedene Informationsquellen aus den Hauptbereichen des Unternehmens zusammenlaufen: Vertrieb, Buchhaltung, Produktion, Bestandsmanagement, Personalwesen etc. Es ist in der Regel das Basissystem, mit dem nahezu jedes Unternehmen arbeitet.
  • Lagerverwaltungssystem (LVS) oder Warehouse Management System (WMS): ist eine leistungsstarke Software, die alle Materialflüsse im Lager optimiert. Jeder Schritt eines Produkts wird registriert und an das ERP und an andere verbundene Systeme kommuniziert.
  • Flottenmanagement System (FMS): organisiert und plant Distributionswege. Insbesondere bei e-commerce-Sendungen informiert die Software den Kunden über den Status der Zustellung. Für mehr Prozessflexibilität kann ein FMS in das LVS integriert werden, um die Kennzeichnung und den Informationsaustausch zwischen den Systemen zu vereinheitlichen. Im Falle des Easy WMS von Mecalux ermöglicht die Multi-Carrier-Versandsoftware diese Verbindung.

Nachverfolgungssysteme sind konzipiert, um die Sicherheit der Waren zu verbessern, Risiken zu kontrollieren und die Qualität von Prozessen und Produkten zu gewährleisten. Wenn Sie wissen möchten, wie die spezialisierte Software von Mecalux zum reibungslosen Funktionieren eines Nachverfolgungssystems beitragen kann, kontaktieren Sie uns!