Das Lager ist das Herzstück der Supply Chain.

Was versteht man unter einer Lieferkette (Supply Chain)?

28 August 2019

Die Lieferkette (engl. Supply Chain) ist der gesamte Prozess von der Bestellung des Kunden bis zur Lieferung und Bezahlung des Produkts oder der Dienstleistung. Die Definition der Lieferkette umfasst damit die Planung, Durchführung und Kontrolle aller Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Material- und Informationsfluss vom Einkauf der Rohstoffe bis zur endgültigen Lieferung des Produkts an den Kunden.

Bei einer Supply Chain handelt es sich folglich um mehrstufige, vor- und nachgelagerte Verbindungen zwischen verschiedenen Unternehmen, die in Form eines Netzwerks von der Rohstoffgewinnung, über die Veredelungsstufen bis hin zum Endverbraucher an der Wertschöpfung beteiligt sind.

Die heutigen Lieferketten sind durch die Internationalisierung, durch steigende Durchflussraten und Veränderungen im globalen Konsumverhalten extrem komplex geworden.

Phasen der Lieferkette (Supply Chain)

Es gibt drei Hauptstufen in der Liefer- bzw. Wertschöpfungskette:

  • Beschaffung: bezieht sich darauf, wo und wann Rohstoffe für die Herstellung von Produkten gewonnen und geliefert werden.
  • Produktion: umfasst die Verarbeitung der Rohstoffe zu Fertigprodukten.
  • Vertrieb: In dieser Phase geht es um Aktivitäten, die dafür sorgen, dass das Produkt seinen endgültigen Bestimmungsort erreicht. Dies wird durch ein Netzwerk von Distributoren, Lagern, physischen Geschäften oder Online-Plattformen (wenn es sich um ein e-commerce-Unternehmen handelt) gewährleistet.

Die Lieferkette wird auch als Wertschöpfungskette bezeichnet, da die Produkte im Laufe ihrer Verarbeitung bzw. Veredelung einen höheren Wert erhalten. Eine bedeutende Rolle spielt dabei das Lager, wie wir in unserem Artikel über Lagerlogistik gesehen haben.

Das Diagramm zeigt die verschiedenen Stufen der Lieferkette (Supply Chain).
Das Diagramm zeigt die verschiedenen Stufen der Lieferkette (Supply Chain).

Unterschiede zwischen Supply Chain und Logistik

Wir haben uns bereits mit der Definition der Lieferkette beschäftigt, aber in welcher Relation dazu steht die Logistik? Allgemein betrachtet bezieht sich die Lieferkette auf den gesamten Wertschöpfungsprozess eines Produktes bis es verkauft wird. Die Logistik ist dabei nur ein Teil der Lieferkette, der sich auf die Lagerung von Produkten, deren Transport und Distribution konzentriert.

Anders gesagt ist die Logistik der Geschäftsbereich, der dafür verantwortlich ist, das richtige Produkt zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge, zu den richtigen Kosten und in der richtigen Qualität an den richtigen Ort zu bringen - immer in Übereinstimmung mit den Bedingungen, die zuvor mit dem Kunden vereinbart wurden.

Beim einfachen Beispiel eines Möbelhauses, würde sich die Logistik dieses Geschäfts darauf konzentrieren, die vom Kunden bestellten Möbel sowie die Möbel für die Präsentationen in den Verkaufsräumen bereitzustellen. Diese werden bis zum Transport im Lager aufbewahrt. Der Logistikleiter des Lagers gestaltet die Lieferwege für die Möbel unter Berücksichtigung von anfallenden Montageaufgaben zum Zeitpunkt der Lieferung an den Endkunden.

Will man jedoch die gesamte Lieferkette in diesem Beispiel betrachten, müssen alle Veredelungsstufen einbezogen werden, von der ursprünglichen Gewinnung des Holzes, über seine Verarbeitung in der Möbelfabrik zu Brettern und Einzelteilen und der anschließenden Auslieferung an die Verkaufsstellen bis hin zum endgültigen Transport zum Kunden.

In der folgenden Tabelle sehen wir die Unterschiede zwischen Logistik und Supply Chain:

Supply Chain Management Logistikmanagement
Definition Ist die strategische Koordinierung des gesamten Wertschöpfungsprozesses eines Produkts. Es bezieht sich auf die Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Lieferanten, Distributoren, Geschäftspartnern und Verbrauchern. Ist ein Teil der Lieferkette und umfasst das Management des Lagers sowie interne und externe Transportströme von der Beschaffung bis zur Endlieferung.
Ziele Maximale Wettbewerbsfähigkeit am Markt erreichen und Gewinne optimieren. Kundenzufriedenheit durch perfektes Auftragsmanagement erreichen.
Beteiligte Unternehmen In der Regel sind mehrere Unternehmen an derselben Lieferkette beteiligt. Kann gänzlich von einem einzigen Unternehmen aus durchgeführt werden.
Verhältnis zwischen beiden Die Lieferkette umfasst den gesamten Prozess der Wertschöpfung eines Produktes. Die Logistik ist ein Teil der Lieferkette.
Beteiligte Geschäftsfelder Beinhaltet weitere Bereiche wie: Produktentwicklung, Qualitätskontrolle, Kundenservice, Logistikaktivitäten etc. Hauptsächlich Lager-, Transport- und Bestandsverwaltung.

Trends des Supply Chain Managements 4.0

Lieferketten entwickeln sich zu einem logistischen System, das noch schneller, sicherer, flexibler, personalisierter, genauer und effizienter ist. Wie wir in unserem Artikel über Logistik 4.0 gesehen haben, prägen moderne digitale Technologien und die Robotik ein neues Konzept der Lieferkette: Welche Elemente definieren die Supply Chain 4.0? Wie kann man die Lieferkette durch Digitalisierung und Automatisierung optimieren?

1. Bedarf an Technologie für die Datenerfassung und -verwaltung

Mit immer umfangreicheren und komplexeren Lieferketten ist das Informationsmanagement zu einem wesentlichen Aspekt bei der Erfüllung von Marktanforderungen geworden. Folgendes muss dabei zwingend gewährleistet sein:

  • Datengenauigkeit in der Lagerverwaltung: vor dem Hintergrund von immer mehr SKU oder gelagerten Referenzen ermöglichen genaue Bestandsdaten nicht nur die Optimierung des Lagerbestands, sondern auch die Sicherstellung eines hohen Serviceniveaus und vermeiden unerwünschte Stock-outs. Der Einsatz von Lagersoftware zur Bestandskontrolle ist dabei eine bedeutende Hilfe.
  • Rückverfolgbarkeit von Waren: Da sich die logistische Rückverfolgbarkeit durch globale Lieferketten zieht, hat sie sich als eine ausgezeichnete Ergänzung zur Steuerung von internen und externen Materialflüsse erwiesen. Das System zur Rückverfolgung funktioniert nur dank Barcode- oder RFID-Tagging-Technologie sowie Datenerfassungsgeräten und einer Software, die die in der Supply Chain geteilten Informationen verwaltet.
  • Umfassende Überwachung der KPI: Programme wie die Supply Chain Analytics Software von Mecalux ermöglichen es, alle Aktivitäten im Lager und ihre Beziehung zu den übrigen Gliedern der Lieferkette zu überwachen, so dass intralogistische Abläufe nicht beeinträchtigt werden.

2. Bessere Integration aller an der Lieferkette beteiligten Akteure

Die Auswahl von Partnern in der Lieferkette konzentriert sich zunehmend auf die Beseitigung von Barrieren zwischen Lieferanten und den Aufbau von kooperativen Beziehungen. Dies wird durch Prozessstandardisierung, eine gemeinsame Aktivitätsplanung, und eine verbesserte Transparenz in der Lieferkette erreicht. Der Einsatz fortschrittlicher Software für das Informationsmanagement ist unverzichtbar, um nicht mehr separat operieren zu müssen, sondern die Supply Chain als globales Ganzes zu betrachten.

Die Koordination des Transports in der Lieferkette ist unerlässlich für die Optimierung des Betriebs.
Die Koordination des Transports in der Lieferkette ist unerlässlich für die Optimierung des Betriebs.

3. Strategien zur Prozessautomatisierung für mehr Genauigkeit und Geschwindigkeit

Die industrielle Automatisierung, die bereits bei Herstellungs- und Produkttransformationsprozessen eingesetzt wird, ist auch ein wichtiger Faktor in der Optimierung der Lieferkette. Sie ist in den verschiedenen Bereichen der Logistik präsent:

  • Management der Lageraktivitäten: Lagerverwaltungssysteme haben die Organisation der Prozesse und des verfügbaren Bestands in immer komplexeren Anlagen erleichtert. Ihre Rolle bei der Optimierung von Aufgaben der Auftragsvorbereitung kann dazu noch mit Geräten wie Pick-by-Voice und Pick-by-Light unterstützt werden. Dadurch werden die Kommissionierraten pro Stunde und Bediener erhöht und praktisch alle Fehler beseitigt.
  • Automatisierter Warentransport bei intralogistischen Prozessen: Der Warenverkehr steht aufgrund seiner großen Vorteile oft im Mittelpunkt von Automatisierungsprojekten. In der Tat nutzen die heutigen automatisierten Lager alle Arten von automatisierten Systemen, um den Materialfluss zu beschleunigen und die Sicherheit in den Anlagen zu erhöhen.
  • Transportroutenmanagement: Die Software für das Management von Fuhrparks ist unerlässlich, um die Verteilung der Waren zwischen den verschiedenen Knotenpunkten der Supply Chain zu koordinieren. Diese Systeme ermöglichen die Organisation von Routen in Abhängigkeit von logistischen Parametern wie Lieferzeiten und beinhalten auch Strategien wie beispielsweise die Konsolidierung von Waren oder Sammelgut.

Ein effizientes Management der Supply Chain ist ohne die Optimierung der Logistik der Unternehmen nicht denkbar. Wie wir sehen konnten, ist beides mehr denn je miteinander verbunden und die Ziele müssen so aufeinander abgestimmt werden, dass sie zur Profitabilität des Unternehmens beitragen. Bei Mecalux können wir Ihnen helfen, Ihre logistischen Anforderungen auf der Grundlage der Lagerverwaltung zu ermitteln und Ihre Ziele zu erreichen: Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!