Das Handling der Ware steht in der Kühllogistik vor besonderen Problemen

Kühllogistik: Wie gelingt ein effizientes Management in diesem boomenden Sektor?

18 Oktober 2019

In der Kühllogistik wird mit hochempfindlichen Waren umgegangen, d. h. mit verderblichen Produkten unter erschwerten Bedingungen, die ein Gesundheitsrisiko darstellen können. Die speziellen Herausforderungen dieses Sektors gehen daher mit denen der Logistik 4.0 einher. In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über die wichtigsten Arbeitsbereiche, mit denen Logistikmanager hier konfrontiert sind:

Vier Faktoren für eine effiziente Kühllogistik

Die folgenden Entwicklungen verändern die Arbeitsweise von Unternehmen im Bereich der Kühllogistik:

1. Energieeffizienz bei der Gestaltung von Lagern und Verkaufsstellen

Lager- und Transportkosten zu reduzieren, ist ein gemeinsames Ziel in allen Wertschöpfungsketten. Im Bereich der Kühllogistik jedoch müssen die Umgebungsbedingungen kontinuierlich kontrolliert und die Kühlkette zu jedem Zeitpunkt geschützt werden, und das hat höhere Investitionen in Lagerhallen, in Industriefahrzeuge oder bei den finalen Verkaufsstellen zur Folge.

Um zu verhindern, dass der Energieverbrauch ansteigt, bildet bei der Planung von Kühllagern die Reorganisation des verfügbaren Raumes die Ausgangsbasis. Dabei entscheiden sich viele Unternehmen für kompakte Lagersysteme (insbesondere wenn sie viele Paletten mit wenigen Referenzen haben), für Installationen mit selbsttragenden Regalen (Höhe steht im Vordergrund) und für die Einbeziehung von Dämmstoffen, um Temperaturverluste zu vermeiden.

2. Umfassende Kontrolle der Prozesse: Temperatur, Rückverfolgbarkeit und Lagerbewegungen

Der Weg von verderblichen Waren entlang der Lieferkette führt über kritische Punkte, an denen die Kühlkette leicht durchbrochen werden könnte: Wie kann man das damit verbundene Risiko minimieren?

  • Temperatur jederzeit im Blick haben: Verkürzte Lieferzeiten und Entwicklungen in der omnikanalen Logistik betreffen auch den Kältesektor. Es ist daher wichtiger denn je, die Bedingungen zu kontrollieren, unter denen Waren gelagert und transportiert werden. Dafür werden die entsprechenden Daten mit speziellen Sensoren erfasst und an die entsprechende Software übertragen.
  • Lückenlose Rückverfolgbarkeit der Ware: Die RFID-Technologie setzt sich in der Kühllogistik immer mehr durch, da sie Vorteile für die automatische und umfassende Identifikation von Waren bietet. RFID-Tags enthalten wesentliche Informationen über das Produkt (Herstellungscharge, Verfallsdatum, Eigenschaften etc.) und kommunizieren mit den verschiedenen Programmen, ohne dass ein direkter Kontakt zum Lesen erforderlich ist.
  • Umfassende Prozesskontrolle: Schlechtes Bestandsmanagement in der Kühllogistik erhöht das Risiko, dass Waren verderben. Daher müssen die FIFO/FEFO-Regeln von der Fabrik bis zum Verbraucher strikt eingehalten werden. Software hat den Umgang mit riesigen Mengen an Informationen vereinfacht, und im Falle des Lagers fungiert das LVS als hervorragendes Werkzeug zur Bestandskontrolle.
Mobile Regale sind eine beliebte Option in Lagern des Kühllogistik-Sektors
Mobile Regale sind eine beliebte Option in Lagern des Kühllogistik-Sektors

3. Maximale Geschwindigkeit in der Kühllogistik durch Automatisierung

Der Einsatz von automatischen Systemen im Lager hat das Handling und die Sicherheit verderblicher Produkte unter kontrollierten Umgebungsbedingungen deutlich verbessert. Neben den vielseitigen Regalbediengeräten für Paletten und Palettenförderern gibt es noch diese Systeme:

  • Pallet Shuttle: In Kombination mit kompakten Lagersystemen beschleunigt das Pallet Shuttle den Vorgang der Bestandsaufstockung und des Warenversands, indem es beispielsweise die Bewegungsabläufe der Bediener optimiert.
  • Verschieberegalanlage: Diese werden hauptsächlich in Gefrierkammern mit mittlerem und niedrigem Umschlag eingesetzt, auf die nicht allzu häufig zugegriffen wird. Sie verdichten das Lager und sorgen für erhebliche Platz- und Kosteneinsparungen.
  • Pick by Voice: Erleichtert die Kommissionierung in Kühlhäusern, in denen Handschuhe bei der Handhabung von Lese- und Scangeräten hinderlich sind.

4. Sensibilisierung und qualifiziertes Training für Fachkräfte

Trotz neuer technologischer Werkzeuge und organisatorischer Veränderungen gibt es einen Faktor, der nicht übersehen werden darf: die Fachkräfte. Die Kühllogistik erfordert Mitarbeiter, die die Prozesse genau kennen und von ihrer individuellen Position aus die Kühlkette entsprechend geschult überwachen. Talent 4.0 spielt auch hier eine wichtige Rolle, da neue Technologien zunehmend digitale Fähigkeiten von den Mitarbeitern verlangen.

Wenn Sie das Management der Kühllogistik in Ihrem Unternehmen verbessern wollen, kontaktieren Sie uns! Wir haben Erfahrungen mit allen Arten von Kühl- und Tiefkühlhäusern und können Ihnen eine Vielzahl an Lösungen vorstellen.