Dark Stores beschleunigen die Logistik von Online-Supermärkten

19 November 2020

Dark Stores „dunkle Läden” sind die Antwort der Online-Shops, normalerweise Supermärkte, auf die neuen Konsumtrends. Durch den E-Commerce hat sich ein neues Lagermodell entwickelt: Dark Stores sind Anlagen, die auf die Zusammenstellung von Aufträgen pero con apariencia de tienda física, que sustituyen clientes por operarios.

Das auf den Einzelhandel im Lebensmittelsektor spezialisierte Beratungsunternehmen IGD hebt in einer Studie den Boom des E-Grocery zwischen 2018 und 2023 hervor. Der Sektor wird in diesem Zeitraum mit einer Rate von 20,4 % pro Jahr wachsen und in den zehn Ländern, in denen der Online-Handel den größten Marktanteil hat, einen Gesamtumsatz von fast 375 Milliarden Dollar ausmachen. Diese Rangliste wird von China angeführt, gefolgt von den Vereinigten Staaten, und umfasst auch vier europäische Länder: Das Vereinigte Königreich, Frankreich, Deutschland und Spanien.

Was sind Dark Stores und wie sind sie entstanden?

Dark stores sind Zentren für die Distribution und Auftragsvorbereitung für den E-Commerce, insbesondere im E-Grocery-Sektor. Diese Lager befinden sich meistens in der Nähe großer Städte, um logistisch besser auf den E-commerce reagieren zu können. Das Hauptmerkmal dieser Anlagen ist, dass sie dass sie wie ein herkömmlicher Supermarkt aussehen, der sogar in Gänge gegliedert ist, jedoch sind in ihnen Bediener anstatt Kunden zu finden.

Obwohl die meisten Supermärkte immer noch ihre Online-Verkäufe im physischen Laden zusammenstellen, mussten Unternehmen sich neu erfinden, um auf die geforderten Blitzlieferungen innerhalb von 24 Stunden und neue Verbrauchertrends, die immer mehr online stattfinden, zu reagieren und um einen schnellen und effizienten Service zu bieten. Obwohl es sich bei Dark Stores zunächst um einen Trend handelte, der sich ausschließlich auf den Bereich E-Grocery bezog, hat er sich allmählich auch auf andere Bereiche des Einzelhandels ausgeweitet..

Wie aber funktionieren Dark Stores? Nach Eingang der Bestellungen werden die Aufträge an die Bediener der Anlage (so genannte Personal Shopper oder Kommissionierer) gesendet, die sich mithilfe eines Tablet-PCs und einem Kommissionierwagen durch den Supermarkt bewegen.

Das Lager wird von einer automatisch die Routen der Bediener erstellt, sodass diese so effizient wie möglich gestaltet sind.

Oftmals werden die Begriffe Dark Store (dunkler Laden) und Dark Warehouse (dunkles Lager) miteinander verwechselt. Ein Dark Warehouse bezieht sich auf eine unbeleuchtete und daher unbemannte Anlage, die automatisch betrieben wird. Dies ist eine gängige Lösung in Lagern, die besondere Umgebungsbedingungen erfordern.

Welche Vorteile bieten Dark Stores?

Dieses Modell bietet wichtige Vorteile für die Supermärkte:

  • Effektives Management der letzten Meile: Diese Lager stellen eine effektive Antwort auf das Management der letzten Meile, dem teuersten Schritt der Logistik 4.0 dar, da sie die Lieferung von Produkten von einem nahe gelegenen Distributionszentrum zum Endkunden erleichtern.
  • Effizientere Kommissioniervorgänge: Die Bediener folgen den Anweisungen einer Lagerverwaltungssoftware, sodass Fehler bei der Auftragsvorbereitung vermieden werden. Darüber hinaus wird die Kommissionierung optimiert, da diese Lager in der Regel über verschiedene automatische Systeme verfügen, z.B. pick-to-light-Systemen.
  • 24/7-Betrieb: Trotz ihres Erscheinungsbildes eines Ladens oder Supermarkts unterliegen diese Lagerhäuser nicht den Geschäftszeiten, wodurch mehrere Schichten möglich sind und somit die Produktivität des Lagers verbessert wird.
Unternehmen wie Carrefour, Amazon oder Mercadona nutzen diesen logistischen Trend bereits
Unternehmen wie Carrefour, Amazon oder Mercadona nutzen diesen logistischen Trend bereits

Amazon, Carrefour und Co.: Der Trend geht zu Dark Stores

Dark Stores haben sich in den letzten Jahren in Europa und in den Vereinigten Staaten verbreitet. Unternehmen wie Amazon, Carrefour oder die spanische Supermarktkette Mercadona nutzen bereits derartige Anlagen.

So tätigte Mercadona im Jahre 2018 eine Investition von mehr als 12 Millionen Euro und beauftragte Mecalux, einen Dark Store als Zentrum für die Vorbereitung und den Versand von Online-Bestellungen einzurichten. Das Lager hat eine Fläche von mehr als 13.000 m² und verfügt über mehr als 300 Module aus Schwerlastregalen für die Kommissionierung, in denen alle vom Supermarkt vertriebenen Produktgruppen gelagert werden: trockene, gekühlte und gefrorene Produkte. Nach eigenen Berechnungen des Unternehmens erreicht dieser Dark Store eine Vervierfachung der Produktivität und Effizienz im Vergleich zum früheren Auftragsvorbereitungssystem.

Darüber hinaus haben sich einige Lebensmittelunternehmen auf Märkten, in denen sie nur über ein kleines logistisches Netzwerk verfügten, mit anderen Firmen, die auf E-Commerce spezialisiert sind, zusammengeschlossen. So zum Beispiel Carrefour: Diese Supermarktkette arbeitete bei der Eröffnung von Dark Stores in Brasilien mit dem kolumbianischen Start-up-Unternehmen Rappi zusammen.

Die Antwort auf die Omnichannel-Strategie

Das Wachstum von Online-Supermärkten hält weltweit an. So müssen Unternehmen, insbesondere im Einzelhandel, aufgrund neuer Verbrauchertrends Innovationen umsetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Angesichts der Herausforderung des Omnichannel-Modells haben sich Dark Stores als eine der besten Lösungen im E-Commerce-Sektor konsolidiert, um die Auftragsvorbereitung zu optimieren und die logistische letzte Meile, eine der komplexesten Phasen der Lieferkette, effektiv zu verwalten.

Dieses Modell, findet bereits in anderen Sektoren neben dem E-Grocery-Bereich Anwendung und ermöglicht es, effizient auf die Zunahme der Online-Bestellungen in Unternehmen zu reagieren.