Lagerregaletiketten sind ein wesentlicher Bestandteil der Organisation solcher Anlagen

Lagerregaletiketten: Definition, Verwendungszweck und Arten

23 Jun 2026

Lagerregaletiketten sind Kennzeichnungselemente zur Identifizierung und Klassifizierung von Stellplätzen. Sie sind von entscheidender Bedeutung für die Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit und die Aufrechterhaltung der Ordnung in diesen Anlagen. In der Regel werden sie strategisch an Trägern oder Stützen angebracht, um den genauen Standort der Artikel deutlich zu kennzeichnen und so den Lagermitarbeitern die Kommissionierung und das Auffüllen der Regale zu erleichtern.

In diesem Artikel erläutern wir die Bedeutung von Lageretiketten, deren Aufbau, wie sie erstellt werden und welche verschiedenen Arten es gibt.

Bedeutung von Etiketten in den Lagerregalen

Lagerregaletiketten sind ein wesentlicher Bestandteil der Organisation dieser Anlagen. Sie ermöglichen die sofortige Identifizierung von Lageranlagen und Ladeeinheiten, optimieren die Abläufe bei der Kommissionierung und sorgen für eine schnellere und genauere Bestandsverwaltung. Damit diese Vorteile zum Tragen kommen, müssen sie auf der Grundlage von fünf Säulen in den täglichen Betrieb eingebunden werden:

Stellplatz des Lagerbestands

Regaletiketten sind für die Lagerplanung von entscheidender Bedeutung, da sie die Anlage in Zonen, Gänge, Ebenen und Lagerplätze unterteilen. Die Etiketten sorgen dafür, dass der jedem Artikel zugewiesene Stellplatz jederzeit leicht zu finden ist.

Sicherheit

Die Kennzeichnung ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitssicherheit. Anhand der Etiketten lassen sich die maximalen Belastungsgrenzen, Piktogramme für Gefahrstoffe und spezifische Sicherheitshinweise für jede Ebene auf einen Blick erkennen. Besondere Bedeutung kommt dabei den Typenschildern zu. Sie stellen eine Form der vorgeschriebenen technischen Kennzeichnung dar, auf der die Konstruktionsspezifikationen und Hinweise zur sicheren Nutzung der Anlage aufgeführt sind. Eine aktuell gehaltene Beschilderung ist unerlässlich, um die technische Regalinspektion (ITE) erfolgreich zu bestehen. Ziel dieser Inspektion sind die Einhaltung der geltenden gesetzlichen Sicherheitsvorschriften sowie der Schutz sowohl der Lagermitarbeiter als auch der Waren.

Schnelligkeit und Integration mit dem LVS

Die Etikettierung von Regalen bildet die physische Grundlage für die Digitalisierung der Verwaltung mithilfe eines Lagerverwaltungssystems (LVS). Ein LVS arbeitet mit einer digitalen Karte, die eine exakte Übereinstimmung zwischen dem logischen Stellplatz und der tatsächlichen Position im Lager erfordert. Damit dieses System zuverlässig funktioniert, muss jeder Stellplatz eindeutig gekennzeichnet und sowohl für den Lagermitarbeiter als auch für den Handscanner erkennbar sein.

Ohne diese Etikettierung wird die Rückverfolgbarkeit unterbrochen: Das System kann weder Wareneingänge validieren noch Kommissioniervorgänge in Echtzeit bestätigen, da dem Lagermitarbeiter ein Scanpunkt zur Bestätigung der Ausführung der Aufgabe fehlt. Das heißt, die Etiketten verbinden den physischen Warenfluss mit der digitalen Erfassung. Dadurch werden manuelle Fehler vermieden und eine sofortige Datensynchronisation gewährleistet.

Reduzierung von Fehlern und Betriebskosten

Durch die korrekte Identifizierung der Stellplätze werden Fehler bei der Lagerung und Kommissionierung reduziert. Die Verwendung von Regaletiketten trägt zur Senkung der Logistikkosten und zur Steigerung der Gewinnspanne bei, da sie unnötige Wege minimiert und Rücksendungen aufgrund von Versandfehlern verringert.

Durchgehende Rückverfolgbarkeit

Etiketten bilden den Grundpfeiler für die Rückverfolgbarkeit innerhalb der Anlage. Zwar wird die Etikettierung im Lager meist mit Produktetiketten in Verbindung gebracht, die Informationen wie Chargennummer, Verfallsdatum oder Herkunft enthalten, doch erst die genaue Identifizierung des Regals ermöglicht die Erfassung des Stellplatzes jeder einzelnen Einheit. Diese Verbindung ist in Branchen wie der Lebensmittel- oder der Pharmabranche von entscheidender Bedeutung. Ohne eine eindeutige Kennzeichnung des Stellplatzes wäre es nämlich unmöglich, im Falle einer Gesundheitswarnung eine bestimmte Charge schnell ausfindig zu machen oder sicherzustellen, dass die Produkte streng nach ihrem Verfallsdatum versandt werden.

 

Aufbau eines Regaletiketts

Palettenregaletiketten werden in der Regel im Querformat gestaltet, um auf die Oberfläche der Längsträger zu passen. Ihre Abmessungen richten sich nach der Höhe des Metallprofils, wodurch eine ausreichende Größe der Ziffern gewährleistet wird, damit diese vom Boden aus gut lesbar sind. Bei großen Längsträgern oder besonderen Anforderungen an die Kennzeichnung können auch vertikale Ausführungen zum Einsatz kommen. Die Gesamtabmessungen und die Schriftgröße sollten sich jedoch nach der erforderlichen Lesereichweite und den technischen Spezifikationen der Scanner richten, damit der Lagermitarbeiter den auf dem Etikett befindlichen Barcode erfassen kann.

Etiketten zur Kennzeichnung von Regalen im Lager weisen in der Regel eine Reihe gemeinsamer Merkmale auf, auch wenn ihr Design je nach Betriebsablauf und Unternehmen variieren kann:

  • Stellplatzcode. Es handelt sich um einen numerischen oder alphanumerischen Code, den die Lagermitarbeiter zur visuellen Orientierung und Positionsbestimmung anhand einer Koordinate nutzen können. Darin ist eine Nummernhierarchie oder ein alphanumerischer Code enthalten, der angibt, in welchem Gang, auf welcher Ebene oder an welchem Stellplatz im Lager sich die Artikel befinden.
  • Barcode. Bei dieser Art von Identifikationssystem werden Barcodes auf die Etiketten gedruckt. Die Erstellung dieser Barcodes erfolgt nach anerkannten Codierungsstandards wie Code 128 oder GS1-128. Wenn die Barcodes mit einem Handscanner gescannt werden, wertet dieses die Daten aus und übermittelt sie in Echtzeit an das Lagerverwaltungssystem.
  • Richtungspfeil. Diese visuelle Anzeige gibt an, welchem Regalfach der Code entspricht (oberhalb oder unterhalb der Position des Etiketts). Seine Hauptfunktion ist die Vermeidung von Verwechslungen in Regalen mit mehreren Ebenen, wodurch die Ermittlung des genauen Stellplatzes bei der Wiederauffüllung oder Kommissionierung beschleunigt wird.
  • Farben. Manchmal werden zweifarbige Etiketten mit Codes verwendet, um bestimmte Bereiche oder Artikelarten schneller zu erkennen. So könnte eine Supermarktkette beispielsweise die Farbe Rot für Fleischprodukte und die Farbe Grün für Gemüse verwenden.
  • Kunde. In Unternehmen wie 3PL-Logistikdienstleistern kann es sinnvoll sein, das Logo oder den Namen des Eigentümers der Ware auf dem Regaletikett anzubringen

Wie werden Regaletiketten erstellt?

Die Etikettierung von Regalen in einem Lager erfordert eine Planung vor Aufnahme der Tätigkeiten. Zunächst muss das Lager verzeichnet werden, um die Stellplätze korrekt kennzeichnen zu können. Dazu müssen Gängen, Modulen, Ebenen und Stellplätzen strukturierte Codes zugewiesen werden. Die verwendeten Codes sollten möglichst kurz sein, und die SKUs sollten an strategisch günstigen Stellen platziert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Stellplätze für Artikel mit hohem Umschlag leicht zugänglich sind.

Lagerverwaltungssysteme wie Easy WMS von Mecalux sind dabei eine große Hilfe. Durch die Erstellung eines digitalen Zwillings der Anlage können sie den am besten geeigneten Codierungsstandard festlegen, damit die Funkterminals das Etikett lesen können. Außerdem können sie eine Kontrollnummer zuweisen, die die Lagermitarbeiter eingeben oder einscannen müssen, um zu bestätigen, dass sie sich am richtigen Regal befinden. Außerdem können sie ganze Etikettenserien zum Drucken freigeben.

Regaletiketten sind in der Regel dauerhaft angebracht, müssen jedoch unter bestimmten Umständen aktualisiert werden. Das kann beispielsweise bei einer Umgestaltung des Lagers oder bei physischer Abnutzung der Fall sein.

Lagerregaletiketten bestehen aus verschiedenen Materialien und dienen unterschiedlichen Zwecken
Lagerregaletiketten bestehen aus verschiedenen Materialien und dienen unterschiedlichen Zwecken

Arten von Etiketten

Es gibt verschiedene Arten von Regaletiketten im Lager. Sie lassen sich unter anderem nach dem Herstellungsmaterial, ihrer Funktion im Betriebsablauf oder ihrer Eignung für verschiedene Lagerumgebungen unterscheiden:

Arten von Etiketten nach Herstellungsmaterial

Die gängigsten Materialien für den Etikettendruck in der Logistik sind mattes Papier, gestrichenes oder glänzendes Papier, Polypropylen (PP), synthetisches Papier oder Polycarbonat. Papier ist zwar die Standardlösung für wenig anspruchsvolle Umgebungen, doch Polypropylen, synthetisches Papier und Polycarbonat bieten eine höhere Strapazierfähigkeit bei intensiver Nutzung.

Arten von Etiketten nach Verwendungszweck

Die Etiketten an den Kommissionierregalen sind in der Regel klein, da sie nur aus kurzer Entfernung gelesen werden müssen. Da sie Reibung ausgesetzt sind, sind sie häufig mit Schutzfolien oder hochfesten Klebebändern versehen. Die für Palettenregale bestimmten Etiketten sind größer und weisen in der Regel Richtungspfeile auf. Schließlich können in für bestimmte Vorgänge vorgesehenen Bereichen wie Cross-Docking oder Pufferzonen Etiketten Bodenetiketten oder magnetische Etiketten eingesetzt werden. Auch Farbcodierungen können zum Einsatz kommen, beispielsweise in Quarantäne- oder Retourenbereichen.

Arten von Etiketten je nach Anwendungsbereich

Bei der Auswahl der Etiketten sollten die Umgebungsbedingungen des Aufstellungsortes des Regals berücksichtigt werden. Wenn sie also in Kühlräumen angebracht werden, müssen sie auch bei niedrigen Temperaturen ihre Haftfähigkeit und Lesbarkeit behalten. Ebenso können sich Lager, die Chemikalien, Flüssigkeiten oder hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind, durch den Einsatz wasserdichter Etiketten von einer Beschädigung des Barcodes schützen.

Regaletiketten – der Schlüssel zur Verwaltung

Lagerregaletiketten bilden eine unverzichtbare Verbindung zwischen der physischen Infrastruktur und der digitalen Verwaltung dieser Anlagen. Eine sorgfältige Planung, der Einsatz der für die jeweilige Umgebung am besten geeigneten Materialien sowie die Nutzung der intelligenten Funktionen eines Systems wie einem Lagerverwaltungssystem sind entscheidend, um Fehler zu vermeiden und Prozesse wie die Kommissionierung oder die Nachschubversorgung zu optimieren. Die Investition in Kennzeichnungssysteme ist also eine strategische Entscheidung, die Rückverfolgbarkeit und logistische Effizienz gewährleistet.

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