Das On-Demand-Warehousing stellt die Weiterentwicklung der herkömmlichen 3PL-Logistikdienste dar

Flexible Logistik durch flexible Lagerung

02 Oktober 2020

Durch den Aufschwung neuer Verbrauchertrends wie dem Omnichannel-Modell oder dem E-Commerce müssen Unternehmen Lösungen finden, um auf die Komplexität der Logistik 4.0 zu reagieren. Flexible On-Demand-Lager stellen eine Weiterentwicklung von 3PL-Lagern dar und sind hierfür bestens vorbereitet.

Die Auslagerung der Logistik von Unternehmen ist hierbei ein wachsender Trend. Eine Studie der Beratungsfirma Global Market Research ergab zu diesem Thema, dass dieser Sektor, der heute bereits ein Umsatzvolumen von über einer Milliarde Dollar aufweist, bis 2026 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 9 % weiter wachsen wird.

In diesem Artikel wird das Konzept des On-Demand-Warehousing beleuchtet, welche Faktoren zu dessen Entstehung geführt haben und vor allem, welche Branchen von diesem neuen Logistiktrend hauptsächlich profitieren können.

Unter flexibler Lagerung versteht man die Auslagerung von Logistikdienstleistungen für einen kurzen Zeitraum.
Unter flexibler Lagerung versteht man die Auslagerung von Logistikdienstleistungen für einen kurzen Zeitraum.

Was ist On-Demand-Warehousing bzw. flexible Lagerung?

Das On-Demand-Warehousing stellt die Weiterentwicklung des Konzepts von Logistikdienstleistern bzw. 3PL dar. Da Unternehmen immer mehr Artikelarten verwalten müssen und der E-Commerce die Saisonabhängigkeit des Marktes noch weiter verstärkt hat, benötigen Unternehmen eine flexiblere Logistik.

Die On-Demand-Lagerung kann definiert werden als: „die Möglichkeit, bei Bedarf auf die Dienstleistungen für Lagerung und Auftragszusammenstellung zuzugreifen, ohne an langfristige Verträge gebunden zu sein”.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Logistikdienstleistungen entstand das On-Demand-Warehousing als ein Trend, bei dem Vorgänge wie die Warenannahme, Lagerung und Auftragszusammenstellung abhängig von der Menge der zu verwaltenden Waren für einen kurzen Zeitraum ausgelagert werden. Hierbei liegt der Preis bei etwa 10 Euro pro Palette und Tag.

Ein Dienstleister für On-Demand-Lagerung führt also den Transport, die Lagerung und die Auftragszusammenstellung für Unternehmen durch, die nicht über die Kapazitäten verfügen, um Nachfragespitzen in ihrem eigenen Lager zu bewältigen. In der Regel verfügen diese Dienstleister über die neueste Technologie, um die Waren verschiedener Kunden fehlerfrei verwalten zu können. Ein leistungsfähiges Lagerverwaltungssystem ist dabei ein Muss. Mecalux hat mehrere Lager von 3PL-Dienstleistern automatisiert (Havi Logistics, Luís Simões…).

Der Hauptunterschied zwischen On-Demand- und 3PL-Dienstleistern ist die Vertragslaufzeit. Bei 3PL vertraut das auftraggebende Unternehmen mittel- oder langfristig seine Logistik ganz oder teilweise dem Dienstleister an. Dagegen nutzen Unternehmen das On-Demand-Warehousing für bestimmte Zeiträume, um ihre Logistik in gewissen Situationen zu unterstützen.

 

Anwendungen von ,On-Demand-Warehousing’

Immer mehr Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen entscheiden sich dafür, ihre Logistik auszulagern, um schnelle und effiziente Lieferungen an ihre Endkunden zu gewährleisten. Nicht umsonst ist eine flexible Lagerung besonders beim E-Commerce wichtig, da Online-Verkäufe einer hohen Saisonabhängigkeit der Produkte unterliegen.

Der größte Vorteil der flexiblen Lagerung ist, dass keine langfristige Bindung entsteht. So können diese Dienstleistungen genau dann in Anspruch genommen werden, wenn das eigene Lager nicht über ausreichende Kapazitäten verfügt. In den folgenden Fällen kann es sinnvoll sein, die Logistik nach diesem Modell auszulagern:

  • Kampagnen mit hoher Nachfrage: Vom Valentinstag bis Weihnachten müssen Unternehmen ihre Logistik an kurze Zeiträume mit hoher Intensität anpassen können. Aus diesem Grund bieten Dienstleister für On-Demand-Warehousing zusätzliche Lagerfläche und zusätzliches Personal, ohne dass Unternehmen ihr eigenes Lager reorganisieren müssen.
  • Lieferketten im Omnichannel-Modell: Viele Unternehmen setzen heutzutage auf das Omnichannel-Modell, d. h. die Kombination von physischen Verkäufen mit Online-Bestellungen (E-Commerce-Kanal). Zu diesem Zweck lagern Unternehmen einen Großteil der Aufträge an einen auf E-Commerce-Logistik spezialisierten Dienstleister aus.
  • Überbestand: On-Demand-Lager ermöglichen es Unternehmen, über zusätzliche Lagerkapazitäten zu verfügen, wenn im Hauptlogistikzentrum ein Überbestand besteht. Dies gilt es zwar zu vermeiden, jedoch erschwert die Komplexität der Bestellungen im E-Commerce mit Tausenden von Artikelarten die Bestandsanpassung.
  • Erschließung neuer Produkte/Märkte: Nicht nur kleinere Unternehmen nutzen diesen neuen Trend, sondern auch immer mehr mittelständische und große Unternehmen in den Vereinigten Staaten und Europa profitieren von diesen Lagern, um neue Produkte anzubieten und Märkte zu erschließen. Diese Lösung ist ideal für die Lagerung von Waren mit geringerem Umschlag, sodass nicht in neue Lagersysteme im Hauptlogistikzentrum investiert werden muss, bis das Produkt auf dem Markt konsolidiert ist.

Zwar gibt es immer noch Sektoren, in denen nur zögerlich auf eine flexible Lagerung umgestellt wird, da die herkömmliche 3PL-Logistik tief in der Branche verwurzelt ist. Ein Beispiel dafür ist der Lebensmittelsektor, in dem die Produkte nur wenig saisonabhängig sind und die Ladeeinheiten noch immer überwiegend aus Paletten bestehen. Aus diesem Grund sehen Unternehmen dieser Branche oftmals keinen Bedarf, ihr Personal oder ihre logistischen Parameter an die Saisonabhängigkeit des Produkts anzupassen.

On-Demand-Warehousing ermöglicht es E-Commerce-Unternehmen, die neuesten Technologien zur Lagerung zu nutzen
On-Demand-Warehousing ermöglicht es E-Commerce-Unternehmen, die neuesten Technologien zur Lagerung zu nutzen

Flexibilität zur Gewährleistung eines schnellen und effizienten Logistikservices

Trotz der höchst komplexen Abläufe benötigen Omnichannel-Unternehmen keine umfangreichen Lagerhaltungsstrukturen mehr, sondern erfordern aufgrund der Saisonabhängigkeit ihrer Produkte und des globalen Marktes eine flexible Logistik.

Mit flexiblen Lagern können Unternehmen auf Kampagnen mit hoher Nachfrage reagieren, ohne das Layout des Lagers ändern oder neue Lagersysteme implementieren zu müssen.

Aus diesem Grund gewinnen On-Demand-Lager allmählich gegenüber der Auslagerung herkömmlicher Logistikdienstleistungen (3PL) an Bedeutung, indem sie über einen bestimmten Zeitraum spezialisiertere Dienstleistungen anbieten.