Die Verknüpfung von ERP und LVS ist ein notwendiger Schritt bei der Installation von Lagersoftware

Die Integration eines LVS in Ihrem ERP-System

06 April 2020

Sie haben nun verschiedene Lösungen von LVS-Anbietern analysiert und den jeweiligen ROI berechnet, Sie haben das für Ihr Unternehmen und das für Ihre Logistikprozesse perfekte LVS gefunden - jetzt gibt es noch eine Hürde zu überwinden: die Integration des LVS in Ihr ERP-System.

Lagerverwaltungssysteme arbeiten nicht isoliert von anderen betriebswirtschaftlichen Systemen, sondern sie koexistieren im selben Umfeld. Dazu ist es notwendig, das LVS in das bestehende ERP (Enterprise Resource Planning) einzubinden - ein Prozess, der auf technischer Ebene Fragen aufwerfen kann. Wir beschäftigen uns damit in diesem Artikel.

Informationsfluss zwischen einem LVS und dem ERP

Wenn wir über die Integration von ERP- und LVS-Systemen sprechen, wird klar, dass es sich um unterschiedliche Software handelt: Die Systeme arbeiten zwar zusammen, verwenden aber nicht dieselbe Plattform und sind auch nicht für dieselbe Funktion ausgelegt. Das LVS ist kein einfaches ERP-Modul, sondern eine speziell für die Verwaltung von Lageroperationen entwickelte Software mit viel weitergehenden Funktionalitäten.

ERP- und LVS-Systeme tauschen kontinuierlich Informationen aus, und je nach Art der Daten und Prozesse ändert sich die Rolle des jeweiligen Systems (bekannt als Master-Slave-Architektur in der IT). Anschließend wird ein bidirektionaler Datenfluss hergestellt:

  • Das ERP-System erstellt und pflegt die Stammdaten: Es registriert neue Produkte, fügt Lieferanten hinzu, überträgt Bestellungen ins Lager und erstellt Rechnungen. Für diese Art von Aufgaben "regiert" das ERP über das LVS.
  • Aber es gibt auch eine Übertragung von Informationen vom LVS an das ERP, wenn z. B. Waren im Lager eingehen oder Bestellungen aufgegeben werden. In diesen Fällen benachrichtigt das LVS das ERP und aktualisiert die Bestandsdaten. Es übernimmt damit die Funktion des Master.

Dieser Datenaustausch muss stets kontrolliert werden, damit keine Fehler oder Redundanzen auftreten. Dies wird im Allgemeinen durch die eindeutige Zuordnung zu einem bestimmten Status (geplant, in Bearbeitung, vorbereitet, geladen, ausgegeben etc.) erreicht. Diese "Tags" teilen den jeweiligen Systemen mit, welche Aktionen nach den definierten Regeln ausgeführt werden können und welche nicht. So kann das LVS beispielsweise keine Aufträge laden, die nicht vom ERP als "fakturiert" markiert wurden.

Andererseits variiert auch der Detaillierungsgrad der Informationen, die jedes System verwendet. Für ERP-Anwender reicht es wahrscheinlich aus, täglich zu wissen, welche Produkte in welcher Menge verfügbar sind. Die LVS-Datenbank muss jedoch viel spezifischere Informationen speichern, wie z. B. den Standort jeder SKU, den Typ des Behälters, in dem sie sich befindet (Palette, Karton, lose Einheiten) oder die geplanten Versandzeiten.

Die Integration von ERP und LVS ist erforderlich, um aktualisierte Bestandsdaten zu erhalten
Die Integration von ERP und LVS ist erforderlich, um aktualisierte Bestandsdaten zu erhalten

Welche Informationen müssen für die Einbindung eines LVS gesammelt werden?

Die meisten Unternehmen verfügen bereits über standardisierte Prozesse, die sich im ERP widerspiegeln. An diese Arbeitsweise muss sich das LVS anpassen. Für die erfolgreiche Implementierung eines LVS ist es jedoch unerlässlich, dem Softwarelieferanten die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen:

  • Logistische Informationen: Der Artikelmaster erfasst eine vollständige Liste der registrierten Produkte und die Historie aller SKU, die im Unternehmen zu irgendeinem Zeitpunkt gehandhabt wurden. Die jeweiligen zugeordneten Logistikprofile geben wichtige Parameter für die Verwaltung dieser Güter an, wie z. B. Größe, Farbe, Verfallsdatum, Herstellungschargen (unerlässlich in der pharmazeutischen Logistik) und Gefahrenstufe.
  • Auftragsbezogene Informationen: Das ERP überträgt Kundenaufträge an das LVS, daher muss das LVS wissen, welche Art von Informationen mit jedem Auftrag verknüpft sind. Beide Systeme arbeiten beispielsweise mit den gleichen Auftragsfeldern (Name, Adresse usw.) und verwenden eindeutige Codes zur Identifizierung. Wenn also ein Fehler auftritt und der Kunde nach der Verarbeitung eine Änderung an der Bestellung vornehmen muss, führt das ERP diese aus. Die Änderung wird direkt an das LVS übermittelt, wobei das eindeutige Feld und der Code verwendet werden, die beide Systeme gemeinsam nutzen.
  • Wareneingangsinformationen: Das ERP sendet den Terminplan für die Eingänge an das Lager, basierend auf den Informationen der Lieferanten. Dies ist ein vorrangiges Thema für die Organisation der täglichen Aufgaben im Lager. Für die korrekte Verarbeitung muss das LVS angepasst werden.
  • Warnmeldungen: Einige sind bereits standardmäßig im LVS konfiguriert, aber das System kann an andere ERP-Anforderungen angepasst und personalisiert werden. Wenn z. B. bei einer Referenz eine Bestandsunterdeckung auftritt, sendet das LVS eine Meldung an das ERP.

Möglichkeiten zur Anbindung eines LVS an das ERP

Auf der technischen Ebene kann der Datenaustausch zwischen ERP- und LVS-Systemen auf unterschiedliche Weise erfolgen. Wir nehmen Easy WMS als Referenz, um die gängigen Möglichkeiten der Integration zu erklären:

- Verbindung von ERP- und LVS-Dateiformaten (XML oder EDI)

Da jedes System eine separate Datenbank verwendet, besteht eine Möglichkeit des Informationsaustauschs darin, die Informationen in Dateiformaten zu speichern, d. h. das ERP sendet Nachrichten, die vom LVS gelesen werden, und umgekehrt. Damit beide Systeme miteinander kommunizieren können, werden diese Dateien in standardisierten Formaten wie EDI (Electronic Data Interchange) oder dem moderneren und flexibleren XML (eXtensible Markup Language) dargestellt.

Daten können direkt zwischen dem ERP und dem LVS ausgetauscht werden, obwohl es auch einige ERP gibt, die API (Programmierschnittstellen) bereitstellen, um eine schnellere Kommunikation mit einer anderen Software zu ermöglichen.

- Austausch von Datenbanken

Bei dieser Option wird eine Zwischendatenbank verwendet, die von beiden Systemen gemeinsam genutzt wird. Sowohl das ERP als auch das LVS aktualisieren diese ständig durch das Einstellen neuer Daten. Darüber hinaus führt jede Software periodische Scans durch, um zu prüfen, ob Mitteilungen zu verarbeiten sind. Diese neuen Informationen werden gegebenenfalls in die eigene jeweilige Datenbank aufgenommen.

- Verbindung über Webdienste

In diesem Fall erfolgt der Informationsaustausch zwischen dem LVS und dem ERP über eine Web-Schnittstelle. Beide Systeme benötigen also einen Internetzugang. Die Software ruft eine Datenbank in der Cloud über das http-Protokoll auf und die Datenbank gibt die Informationen im XML-Format zurück, die dann in die jeweiligen Systeme integriert werden. Dies ist eine weit verbreitete Option, wenn die Verknüpfung von ERP und LVS kundenspezifisch konfiguriert wird.

- Spezifisch via SAP und SAP WM

SAP ist laut Gartner Dataquest das ERP mit dem weltweit größten Marktanteil. Dieses ERP verfügt über ein eigenes Lagerverwaltungsmodul, dessen Umfang der Funktionalitäten jedoch begrenzt ist. Daher entscheiden sich viele Unternehmen für ein LVS mit einem höheren Spezialisierungsgrad, um die Organisation komplexer Vorgänge im Lager zu bewältigen.

Die Verbindung zwischen dem LVS und diesem ERP wird über das Modul SAP WM (Warehouse Management) hergestellt. Dazu muß ein spezieller Anschluss entwickelt werden, der einen direkten Kanal zwischen dem LVS und SAP WM für den Informationsaustausch ermöglicht. Im Fall von Easy WMS ist diese Form der Integration bereits standardisiert und in Dutzenden von Unternehmen im Einsatz.

Flexibilität ist entscheidend für die Verbindung von LVS und ERP

Laut der Studie ERP Software Market von Allied Market Research ist der Markt für ERP-Systeme auf globaler Ebene relativ konzentriert, mit führenden Unternehmen, die bereits als Marktführer etabliert sind. SAP, Oracle Corporation, Sage Group, Microsoft Corporation oder Netsuite Inc. sind bekannte Anbieter. Es gibt jedoch auch eine Reihe aufstrebender Akteure, die in den Markt eintreten, insbesondere als Folge der zunehmenden Verbreitung von SaaS-Lösungen im Gegensatz zum traditionellen On-Premise-Modell.

In diesem Zusammenhang wird die Flexibilität des LVS unerlässlich: Die Lagerverwaltungssoftware muss in der Lage sein, sich mit allen Arten von ERP-Systemen zu verbinden, unabhängig von deren Marke oder Architektur.

In diesem Artikel haben wir die verschiedenen Integrationsmöglichkeiten aufgezeigt, die wir bei Mecalux standardisiert haben - das Ergebnis von mehr als einem Jahrzehnt im Bereich LVS. Wenn Sie jedoch Bedenken haben, ob das LVS mit dem von Ihrem Unternehmen bereits verwendeten ERP harmoniert, nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Einer unserer Softwarespezialisten wird Ihren Fall auf technischer Ebene analysieren und die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten erklären, um die Installation der neuen Software reibungslos und effizient umzusetzen.