Die drei neuen Lager von Decathlon in Italien sind auf den E-Commerce ausgerichtet.

D2C: der Vorteil des Direktvertriebs von der Fabrik an den Kunden

05 Juni 2020

Direct to Consumer (D2C), auf Deutsch auch: Direktvertrieb, ist zu einer gängigen Lösung geworden, um möglichst große Vorteile für die Hersteller zu erzielen, da der Verzicht auf Zwischenhändler die Kosten senken kann.

Tatsächlich profitieren nicht nur Unternehmer von diesem Trend: Eine Studie des Beratungsunternehmens Multi Channel Merchant zeigt, dass 52 % der amerikanischen Verbraucher es vorziehen, Produkte direkt beim Hersteller zu kaufen.

In diesem Artikel wird erläutert, was der Direktvertrieb für die Industrie bedeutet und was die Vorteile eines D2C-Lagers sind. Außerdem wird auf die besten Lösungen zur Implementierung dieses Vertriebskanals in einem Logistikzentrum eingegangen.

Was bedeutet D2C? Anwendung in der Logistik

Das Direct-to-Consumer-Verkaufsmodell (D2C) wird von den Herstellern angewandt, die ihre Produkte direkt an den Endkunden verkaufen, ohne dass ein Zwischenhändler erforderlich ist, entweder über einen internen Verkäufer, ihre eigene Website oder eine Verkaufsstelle.

Häufig wird der Business-to-Consumer-Vertriebskanal (B2C) mit D2C verwechselt. Zur Klarstellung: Bei jedem D2C-Vertriebskanal handelt es sich auch um einen B2C-Vertriebskanal, da an den Verbraucher verkauft wird, nicht aber umgekehrt, da beim B2C-Vertriebskanal der Verkäufer nicht immer der Hersteller ist. Sie treten meistens als Vermittler auf.

Angewandt auf die Logistik ist die Implementierung von D2C-Lagern eine weit verbreitete Praxis. Diese Anlagen ergänzen die Funktionen der Lagerung und Auftragszusammenstellung durch den Direktvertrieb an die Kundschaft. Das heißt, es handelt sich hierbei um diejenigen Hersteller, die über das Internet oder eine physische Verkaufsstelle in ihrem eigenen Lager an den Endkunden verkaufen.

Ein Beispiel für diese Art von Vertriebskanal sind Showrooms, d. h. Räume, die so gestaltet sind, dass die Kunden sich das Produkt vor Ort beim Hersteller ansehen können. Mecalux zum Beispiel besitzt zwei Showrooms in seinem Hauptsitz in Barcelona.
 
Der elektronische Handel wiederum hat es Herstellern ebenfalls ermöglicht, ihre eigenen Produkte über ein Webportal oder sogar über soziale Netzwerke zu verkaufen. In diesen Fällen wurden die Lager an eine komplexere Auftragszusammenstellung angepasst, da sie sich zum Beispiel mit der reversen Logistik von Kundenretouren befassen müssen.

Vorteile eines D2C-Lagers

Neben der Steigerung der Rentabilität eines Unternehmens erlaubt die Einrichtung eines D2C-Kanals im Lager:

  • Mehr Möglichkeiten: Die Einrichtung einer eigenen Verkaufsstelle im Lager erleichtert den Verkauf von Produkten über mehrere Kanäle, wodurch ein größerer Nutzen für das Unternehmen entsteht.
  • Bessere Interaktion mit dem Kunden: Der Direktvertrieb ermöglicht eine bessere Kontrolle der Beziehung zwischen Hersteller und Kunde, indem er ermöglicht, das Einkaufserlebnis von Anfang bis Ende zu gestalten und den Grad der Kundenzufriedenheit aus erster Hand zu erfahren.

Lösungen für die Anwendung des D2C-Modells

Der Direktvertrieb bietet Herstellern die Möglichkeit, auf Zwischenhändler zu verzichten und ihr Produkt direkt an den Endkunden zu verkaufen. Doch auf welche Art kann eine Verkaufsstelle verwendet werden?

  • Showroom: Das D2C-Lager umfasst einen für die Öffentlichkeit zugänglichen Verkaufsbereich, damit der Kunde das Produkt vor Ort ansehen kann.
  • Pop-up-Store: Unternehmen verfügen über temporäre Räumlichkeiten mit einfachem Aufbau, um ihre Waren an den Endkunden zu verkaufen, zum Beispiel bei Kampagnen mit hoher Nachfrage.
  • E-Commerce: Es ist üblich, einen Online-Verkaufskanal zu wählen, um den Produktverkauf zu maximieren. Dennoch erfordert diese Methode die Lösung von Herausforderungen wie das Management der letzten Meile oder den 24-Stunden-Lieferstandard.
  • Soziale Netzwerke: Unternehmen können ihren Online-Shop durch Verkäufe in sozialen Netzwerken (z. B. auf Instagram, Facebook oder Twitter) ergänzen.

Das LVS als Werkzeug zur Umsetzung von D2C

Um die Produktivität zu steigern und Fehler, die bei logistischen Vorgängen auftreten, zu reduzieren, muss sich jedes Unternehmen auf ein Lagerverwaltungssystem (LVS) verlassen können. Dieses unterstützt die Arbeit der Bediener, insbesondere bei Tätigkeiten wie der Verwaltung von Stellplätzen, dem Warenfluss oder der Auftragszusammenstellung.

Easy WMS, das LVS von Mecalux, bietet mehrere Schlüsselfunktionen für ein Lager, um seinen Betrieb an den Direktvertrieb anzupassen, unter anderem die Verwaltung von Kits, Annahme- und Versandprofile oder Umlagerungsstrategien bei der Kommissionierung.

Easy WMS von Mecalux verfügt darüber hinaus über Zusatzmodule, die die Effizienz des Direktvertriebs sicherstellen: Store Fulfillment (zur Integration zwischen dem Lager und den verschiedenen Verkaufsstellen), das LVS für den E-Commerce (zur Zusammenstellung von E-Commerce-Aufträgen) oder das LVS für die Produktion (zur Kontrolle der Rohstoffbestände in der Produktion).

Das neue Lager von Interlake Mecalux für Adidas bietet einen D2C-Vertriebskanal auf dem Firmengelände.
Das neue Lager von Interlake Mecalux für Adidas bietet einen D2C-Vertriebskanal auf dem Firmengelände.

D2C-Lager, das Direktvertriebs-Modell auf dem Vormarsch

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Hersteller nach und nach dafür entschieden haben, in ihren Lagern einen D2C-Vertriebskanal einzurichten. Dies kann über den E-Commerce oder über einen Verkaufsbereich im Lager erfolgen, ohne dass andere Geschäftsmodelle wie B2B, bei denen Zwischenhändler zum Einsatz kommen, aufgegeben werden.

Dennoch ist die Integration dieses Modells keine leichte Aufgabe: Unternehmen müssen sich auf die Herausforderungen neuer Verbrauchertrends einstellen. Wir bei Mecalux sind Experten in der Implementierung von D2C-Lagerlösungen bei führenden Unternehmen wie Decathlon oder Adidas. Kontaktieren Sie uns und einer unserer Experten wird Ihnen die für Ihr Unternehmen am besten geeignete Lösung anbieten.