Unter Dropshipping versteht man einen Online-Verkauf, bei dem sich ein Zwischenhändler und ein Großhändler den Vertrieb eines Produkts teilen

Was ist Dropshipping?

09 November 2020

Das Streckengeschäft, auch Dropshipping genannt, ist eine der vielen Türen, die der E-Commerce für Unternehmen geöffnet hat. Neue Technologien haben nicht nur die Lagerlogistik revolutioniert, sondern auch neue Markttrends wie Click and Collect, Buy online und Pick-Up in Store usw. geschaffen.

Dropshipping kommt in den letzten Jahren immer häufiger vor. So zeigt eine Studie des amerikanischen Beratungsunternehmens für Online-Handel SaleFreaks, die zwischen 2016 und 2018 durchgeführt wurde, dass die Verkäufe auf eBay durch Dropshipping um 146 % gestiegen sind.

All diese neuen Verfahren sind eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage an Produkten, die der E-Commerce hervorgerufen hat. Laut einer Studie, die auch das Forbes Magazine zitiert hat, wird der E-Commerce bis 2022 einen Umsatz von mehr als 6 Milliarden Dollar erzielen.

Dropshipping: Wenn Verkauf und Logistik getrennt abgewickelt werden

Dropshipping ist eine Methode im Online-Handel, bei der ein Zwischenhändler (Dropshipper) einen Verkauf tätigt, das Produkt aber nicht versendet. Dieser Prozess des Verkaufs ohne Bestand wird also über eine Vereinbarung zwischen dem Einzelhändler und dem Großhändler abgewickelt, der für den gesamten Logistikprozess (Lagerung, Versand usw.) verantwortlich ist.

Bei diesem Markttrend besteht eine Symbiose zwischen dem Zwischenhändler und dem Eigentümer der Waren, da die Phasen des Verkaufsprozesses aufgeteilt sind: Der Zwischenhändler ist für die Durchführung des Verkaufs verantwortlich und der Großhändler dafür, dass das Produkt den Endkunden in der Zeit, dem Zustand und zu den Konditionen erreicht, die zuvor vereinbart wurden.

Aber wie funktioniert diese Methode? Die Vertragsbedingungen zwischen beiden Parteien gehen aus einer Anfangsvereinbarung hervor, in der festgelegt wird, dass der Dropshipper das Produkt auf seinem Webportal bewirbt, wodurch die Kosten für Lagerung und Versand der Ware eingespart werden.

Vor- und Nachteile des Dropshipping

Dropshipping ist eine Form des E-Commerce, die auf der Koordination zwischen dem Zwischenhändler und dem Großhändler beruht, um die Verkaufskette der Produkte erfolgreich aufrechtzuerhalten. Dieser Verbrauchertrend bietet sowohl für Großhändler als auch für Dropshipper zahlreiche Vorteile, bringt jedoch auch Nachteile mit sich.

Vorteile für den Großhändler:

  • Der Großhändler muss sich nicht um den Verkaufsprozess kümmern: Das Unternehmen kann sich darauf konzentrieren, in den komplexesten und kostspieligsten Phasen, wie dem Warentransport oder dem Management der letzten Meile, einen optimalen logistischen Service zu gewährleisten. ·
  • Mehr Gewinn: Eine aktuelle Studie eines Anbieters von Dropshipping-Software hat ergeben, dass Großhändler, die auf eine derartige Vereinbarung mit externen Verkaufsportalen setzen, ihren Umsatz je nach Branche um bis zu 50 % steigern können.·
  • Mehr Komfort: Werbung und Verkaufsabwicklung müssen nicht vom Großhändler durchgeführt werden, sodass dieser sich darauf konzentrieren kann, eine effektive Lösung für komplexe Prozesse wie Lagerung oder Auftragszusammenstellung zu finden.
Marketing ist heutzutage der Schlüssel, damit Dropshipping funktioniert
Marketing ist heutzutage der Schlüssel, damit Dropshipping funktioniert

Nachteile für den Großhändler:

  • Schlechterer Kundenservice: Mögliche Unstimmigkeiten bei der Kundenbetreuung können den Ruf des Produkts in Mitleidenschaft ziehen.

Vorteile für den Dropshipper:

  • Weder Bestands- noch Auftragsverwaltung: Der Dropshipper kann sich voll und ganz auf den Verkauf konzentrieren.·
  • Keine Personalkosten: alle logistischen Vorgänge werden vom Großhändler bezahlt, der dann jedoch beim Direktverkauf an den Endverbraucher nicht der Ansprechpartner ist.
  • Geringere Investitionen: Der Zwischenhändler zahlt einen niedrigeren Preis als den Marktwert des Produkts, sodass es immer eine Gewinnspanne gibt, unabhängig von ihrer Größe.
  • Flexibilität: Der Dropshipper kann je nach Markttrends problemlos seine Produktpalette ändern oder zu dieser neue Produkte hinzufügen. So kann das Webportal mehrere Verträge mit verschiedenen Lieferanten abschließen, um eine größere Produktauswahl anbieten zu können.

Nachteile für den Dropshipper:

  • Keine Kontrolle über den Versand: Der Hauptnachteil dieser Methode besteht darin, dass der Zwischenhändler keine Kontrolle über den Versand an den Kunden hat und der Großhändler die Bestellung des Kunden nicht direkt entgegennimmt, was die Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei der Auftragszusammenstellung oder bei der Lieferung erhöht.
  • Niedrige Gewinnspanne: Wenn der Verkaufsprozess eines Produkts geteilt wird, verringert sich für beide Parteien die Gewinnspanne, wenn ein Teil der Geschäftstätigkeit an einen Dritten übertragen wird.
  • Spezialisierung auf digitales Marketing: Obwohl durch dieses Verfahren fast alle logistischen Kosten entfallen, da es keine Ausgaben für Personal oder Lagerung gibt, ist jedoch eine Investition in digitales Marketing erforderlich, um Kunden anzuziehen.
  • Koordinationsprobleme: Eine breite Produktpalette kann sich auch nachteilig auswirken: je mehr Produkte angeboten werden, desto schwieriger ist die Durchführung von Positionierungskampagnen und desto komplizierter die Koordination zwischen Einzelhändler und Lieferant.

Dropshipping: Schlüssel zum Erfolg

Welche Strategie müssen sowohl der Großhändler als auch der Dropshipper verfolgen, um den Verkaufsprozess erfolgreich zu gestalten?

  • Positionierung in einem Nischenmarkt mit hoher Nachfrage
  • Zuverlässige Vereinbarung zwischen Vermittler und Großhändler
  • Kontinuierliche Investitionen in digitales Marketing
  • Überwachung der Kundenzufriedenheit, um sicherzustellen, dass der Verkaufsprozess erfolgreich abgeschlossen wurde

Beide Seiten müssen vor allem darauf achten, dass sie nachgefragte Produkte auswählen, die schnell im Internet positioniert werden können und vor allem nicht zu bereits gesättigten Marktnischen gehören.

Nach sorgfältiger Auswahl der Produkte, die auf dem Portal angeboten werden, muss der Zwischenhändler mit dem Großhändler, sowohl methodisch als auch wirtschaftlich, eine Vereinbarung treffen, die die Gewinnspanne festlegt, die er bei jedem Verkauf erzielen wird, und den Kommunikationsprozess zwischen dem Eigentümer der Waren und dem Zwischenhändler regelt.

Die Logistik als Herausforderung des Dropshipping

Beim Dropshipping ist die Beziehung zwischen dem Dropshipper und dem Großhändler von grundlegender Bedeutung. Beide Seiten müssen zusammen wie ein perfekt geschmiertes Getriebe funktionieren, damit Sendungen nicht zu Retouren werden und somit der Verlust von Kunden vermieden wird.

So wie es für den Dropshipper unerlässlich ist, gute Investitionen zu tätigen, um Kunden anzulocken, muss der Großhändler über einen Logistikplan verfügen, der den Herausforderungen der Logistik von 4.0 gerecht wird: das Omnichannel-Modell, 24-Stunden-Blitzlieferungen und die Handhabung von zahlreichen, kleinen Artikelarten, wodurch die Verwaltung im Lager erschwert wird.

Die Lösung hierfür ist die Einbindung von Computersystemen, wie z. B. eines Lagerverwaltungssystems für den E-Commerce. Diese Software erhöht die Effizienz des Lagers und reduziert vor allem Fehler sowohl bei der Kommissionierung als auch im Versandbereich, die den gesamten Verkaufsprozess beeinträchtigen können. Schließlich ist der Großhändler für die reverse Logistik zuständig.

Das Ziel beider Seiten, des Zwischenhändlers und des Lieferanten der Waren, ist es, eine Vereinbarung zu treffen, die den optimalen Ablauf der Produktlieferung garantiert, vom Kauf des Produkts im E-Commerce bis zur Lieferung des Produkts, an dem vom Kunden gewählten Ort und zu dem von ihm gewählten Zeitpunkt.