Die zyklische Inventur umfasst die regelmäßige Zählung von Artikelarten, anstatt eine einzelne Jahresinventur durchzuführen

Wie kann eine zyklische Inventur im Lager umgesetzt werden?

26 Oktober 2020

Die zyklische Inventur oder Cycle-Counting-Inventur ist eine weit verbreitete Methode in kleinen und mittelgroßen Lagern. Aber was bedeutet das? Diese Methode besteht darin, regelmäßig Gruppen von Artikelarten zu zählen, anstatt eine einzige, jährliche Inventur durchzuführen.

Diese Gruppen werden anhand eines Kriteriums bestimmt, bei dem es sich z. B. um die Umschlagshäufigkeit (A, B, C), die Größe, die Artikelart selbst oder ähnliches handeln kann. Die Inventurhäufigkeit gibt an, wie oft ein Produkt während eines Kalenderjahres gezählt wird.

Die Vorteile einer zyklischen Inventur gegenüber einer jährlichen oder halbjährlichen Inventur liegen darin, dass das Risiko von Out-of-Stock-Situationen verringert wird und eine bessere Übersicht über die eingelagerten Artikelarten gewährleistet ist. Darüber hinaus ist es leichter, Fehler und Abweichungen zwischen dem ERP, dem LVS und dem physischen Lager zu erkennen.

Arten der zyklischen Inventur

Es gibt drei Methoden der Cycle-Counting-Inventur, abhängig davon, wie die zu zählenden Gruppen festgelegt werden:

  • Zyklische Inventur gemäß ABC-Klassifizierung: Hierbei handelt es sich um die gebräuchlichste Methode in Lagern. Sie basiert auf dem Pareto-Prinzip, demzufolge 20 % der Artikelarten 80 % der Verkäufe ausmachen. Unter Berücksichtigung dieses Aspekts muss der Lagerleiter jeder Artikelart entsprechend ihrer Verkaufshäufigkeit eine A-, B- oder C-Rotation zuordnen, wobei A die höchste und C die niedrigste Rotationskategorie ist. Bei einer Inventur mit zyklischer Zählung werden Produkte des Typs A häufiger gezählt als Produkte des Typs C.
  • Zyklische Inventur gemäß Gruppen: Normalerweise wird diese Methode verwendet, wenn ein Unternehmen die zyklische Inventur zum ersten Mal durchführt. Der Logistikleiter wählt mehrere SKUs aus, die über einen kurzen Zeitraum mehrmals erfasst werden. Ziel dieser Methode ist es, Fehler bei der Bestandszählung zu erkennen und den Inventurprozess zu beschleunigen.
  • Zufällige, zyklische Inventur: Weisen die Artikelarten ähnliche Merkmale auf, z. B. Rotation, Größe, Gewicht, Wert usw., wird die zufällige, zyklische Inventur angewendet. Das heißt, die Gruppen werden nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt, da es kein relevantes Merkmal gibt, das die verschiedenen SKUs unterscheidet.
Der Vorteil einer zyklischen Inventur gegenüber einer jährlichen oder halbjährlichen Inventur besteht darin, dass das Risiko von Out-of-Stock-Situationen verringert wird
Der Vorteil einer zyklischen Inventur gegenüber einer jährlichen oder halbjährlichen Inventur besteht darin, dass das Risiko von Out-of-Stock-Situationen verringert wird

Vor- und Nachteile der Durchführung einer zyklischen Inventur

Die Cycle-Counting-Inventur ermöglicht:

  • Eine genauere Bestandsaufnahme. Die Verbesserung ist leicht messbar, wenn Indikatoren zur Erfassungsgenauigkeit bei der Inventur berücksichtigt werden.
  • Effiziente Organisation der Zählung von Artikeln, wodurch sich der Arbeitsaufwand bei einer einzigen Jahresinventur verringert.
  • Schnellere Erkennung und Aussonderung defekter oder beschädigter Artikel.
  • Aufrechterhaltung der Produktivität bei der Bestandszählung, ohne andere logistische Vorgänge zu unterbrechen.
  • Bessere logistische Entscheidungsfindung: beim Einkauf, bei der Lagerung oder bei der Auftragszusammenstellung.

Grundsätzlich ermöglicht die zyklische Inventur eine bessere Kontrolle über die Artikelarten im Lager und verhindert so, dass dem Unternehmen nachteilige Umstände wie Out-of-Stock-Situationen oder Überbestände entstehen.

Die zyklische Inventur birgt jedoch auch einige Nachteile: Zum einen muss sie sorgfältig geplant werden, das heißt, es muss eine Zählungsstrategie festgelegt werden, bei der alle Artikelarten in einem angemessenen Zeitraum erfasst werden. Darüber hinaus ist es erforderlich, im Tagesablauf des Unternehmens ausreichend Zeit einzuplanen, um die Inventur durchzuführen, und es muss davon ausgegangen werden, dass es Artikelarten gibt, die weniger kontrolliert werden als andere. Dies sind normalerweise Artikelarten mit geringerer Rotation.

Die zyklische Inventur im Vergleich zur regelmäßigen Inventur

Wie bereits erläutert hat sich die Cycle-Counting-Inventur als Alternative zur jährlichen Inventur in Lagern etabliert.

Die regelmäßige Inventur hingegen ist eine Methode, die zwischen der zyklischen und der jährlichen Inventur angesiedelt ist. Wie der Name schon sagt, findet diese Bestandsaufnahme regelmäßig, meistens mehrmals im Jahr, statt. Im Gegensatz zur Cycle-Counting-Methode werden jedoch nicht Gruppen von Artikelarten, sondern das gesamte Lager gezählt.

In der Logistikplanung wird festgelegt, wann die Bediener ihre Aufgaben unterbrechen, um die regelmäßige Inventur durchzuführen.

Die Hauptunterschiede zwischen den beiden Methoden sind:

Zyklische Inventur Regelmäßige Inventur
Die Erfassung der Artikel erfolgt nach Zyklen und nach Gruppen von Artikelarten. Entsprechend der Logistikplanung (halbjährlich/jährlich) wird ein Register über alle im Lager befindlichen Bestände erstellt.
Der Prozess ist Teil der Routine und kann sogar täglich erfolgen. Die Inventur wird zu bestimmten Zeiten des Jahres durchgeführt.
Logistische Vorgänge müssen nicht unterbrochen werden.> Die Bediener müssen ihre Aufgaben unterbrechen, um die Inventur durchzuführen.
Fehler werden schnell erkannt Fehler, die sich mit der Zeit angehäuft haben, werden erkannt.
Das Register über die Bestände im Lager ist zuverlässiger. Sie zielt darauf ab, steuerlichen Verpflichtungen oder anderen bürokratischen Vorschriften nachzukommen.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit der zyklischen Inventur die Methoden des Continuous Improvement bei der Verwaltung des Lagerbestands umgesetzt werden, wodurch der Arbeitsaufwand wie bei der regelmäßigen Inventur verringert und eine größere Effizienz bei der Bestandsverwaltung in der logistischen Anlage erreicht wird.

Beispiel für die Umsetzung einer zyklischen Inventur

Nachstehend findet sich ein Beispiel für die Umsetzung einer zyklischen Inventur in einem Unternehmen, bei der die Artikelarten nach ihrem Wert und ihrer Verkaufsfrequenz geordnet und lokalisiert werden.

Angenommen, es handelt sich um ein Automobilunternehmen, das über ein Produktions- und Vertriebszentrum für mechanische Teile für Fahrzeuge verfügt. Der erste Schritt des Logistikleiters besteht darin, nach dem Pareto-Prinzip zu analysieren, welche Artikelarten über die Produktrotation A, B oder C verfügen. Auf Grundlage dieser Analyse stellt der Logistikleiter fest, dass Motoren fast 80 % des Gewinns ausmachen (A), während der Verkauf von Bremsen 15 % ausmacht (B). Der Umsatz von Getrieben übersteigt jedoch nicht mehr als 5 % (C).

Unter Berücksichtigung der Stellplätze und der Inventurhäufigkeit, die zur Vermeidung von Fehlern in der Bestandsverwaltung festgelegt wurde, sieht die zyklische Inventur gemäß der ABC-Klassifizierung für dieses Unternehmen folgendermaßen aus:

Artikelart Anzahl der Stellplätze Inventurhäufigkeit Zählungen im Monat Arbeitstage pro Monat Zählungen pro Tag
A 600 Monatlich 600 22 27
B 240 Halbjährlich <40 22 2
C 240 Jährlich 20 22 1
A+B+C 1080     22 30


Dementsprechend muss der Lagerleiter des Automobilunternehmens 30 Zählungen pro Tag durchführen, um die Anzahl der bestandsbezogenen Fehler zu reduzieren. Andererseits sollte er, wenn diese Art der Bestandsverwaltung nicht angewandt wird, mindestens einmal im Jahr die mehr als 1.000 Stellplätze überprüfen, was jedoch eine Unterbrechung der logistischen Abläufe in der Anlage zur Folge hätte.

Easy WMS von Mecalux organisiert die zyklische Inventur
Easy WMS von Mecalux organisiert die zyklische Inventur

Volle Bestandskontrolle: die Notwendigkeit eines LVS

Die Cycle-Counting-Inventur ist eine Methode, mit der die Erfassung des Lagerbestands verbessert werden soll. Jedoch wird in Fällen wie dem obigen Beispiel, in denen die Inventur aufgrund der Anzahl der Stellplätze komplex ist, empfohlen, ein Lagerverwaltungssystem (LVS) zu implementieren. Diese Software ermöglicht die volle Bestandskontrolle in Echtzeit und automatisiert die Methoden zur Bestandsverwaltung, wie die zyklische Inventur. Easy WMS von Mecalux organisiert z. B. die Zählzyklen und optimiert so die Präzision und Genauigkeit der Lagerbestände.

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