Be- und Entladevorgänge sind maßgebend beim Ausführen der Cross Docking Strategie.

Vorteile und Nachteile von Cross Docking: Wann macht es Sinn?

25 Januar 2019

Cross Docking ist eine Kommissionierstrategie, bei der die Zwischenstufe der Lagerung von Waren entfällt. Richtig angewendet, beschleunigt es die Vorbereitung und den Versand von Waren und senkt die Betriebskosten.

In welchen Situationen erweist es sich als effektive Methode, welche Vorteile hat Cross Docking im Lager und welche Risiken birgt diese Praxis? Lassen Sie uns die Antwort auf diese Fragen im Detail betrachten:

Wesentliche Vorteile von Cross Docking

1. Einsparung von Lagerkapazität: Beim Cross Docking werden keine großen Lagerflächen gebraucht, es muss vor allem ein Bereich für die Kontrolle und Vorbereitung des Wareneingangs vorgehalten werden. Dadurch minimieren sich die Kosten für die Bereitstellung von Lagerkapazität sowie die Kosten für die Abwicklung der Prozesse im Lager.

2. Reduzierung der Anzahl der Arbeitsgänge und der Abwicklung der Ladevorgänge: Entladen, Qualitätskontrolle, Auftragsvorbereitung und Versand der Ware bleiben erhalten, aber Zwischenschritte wie Kommissionierung und Lagerung entfallen. Und je weniger eine Ware angefasst und transportiert werden muss, desto geringer ist das Risiko von Beschädigung, Verwechslung und Falschlieferung. Ein weiterer Vorteil ist hierbei die Steigerung der Personalproduktivität.

3. Verkürzung der Lieferzeiten und flexiblere Lieferkette: Cross Docking spart Zeit beim Warenversand. Durch den Wegfall der traditionellen Prozesse in einem Bestandslager werden die Durchlaufzeiten minimiert, was letztlich zu einem verbesserten Kundenservice führt.

4. Reduzierung des CO2-Fußabdrucks der Lieferkette: Cross Docking führt zu Energieeinsparungen beim Transport von Waren sowohl außerhalb als auch innerhalb des Lagers, wodurch eine umweltfreundlichere und ökologischere Lieferkette realisiert werden kann.

Die Lieferkette vor und nach der Anwendung von Cross Docking
Die Lieferkette vor und nach der Anwendung von Cross Docking

Kurz gesagt, ein gut geplantes und durchgeführtes Cross Docking verbessert die Gesamtrentabilität der Lager oder Verteilzentren, dank der damit einhergehenden operativen Zeitersparnis.

Risiken des Cross Docking

1. Die Umsetzung der Cross Docking Strategie im Lager ist mit einer nicht zu unterschätzenden Investitionsentscheidung verbunden. Um die Prozesse eines Cross Docking Zentrums optimal auszurichten, ist oft eine komplette Neugestaltung des Lagers notwendig - um sowohl Platz für den Bereich der Abwicklung vorzuhalten als auch genügend Ladetore bzw. Rampen bereitstellen zu können. Außerdem geht eine solche Investition auch mit der Einführung oder Konfiguration eines Lagerverwaltungssystems zur Unterstützung von Cross Docking Aufgaben einher.

2. Cross Docking erfordert eine wirksame Integration der gesamten Lieferkette: Das bedeutet beispielsweise, dass das Kennzeichnungssystem zwischen Lieferanten und Empfängern einheitlich und kompatibel sein muss. Ebenso ist es notwendig, die Informationssysteme, mit denen jeder Akteur arbeitet (Flottenmanagement-Software, Lagerverwaltungssoftware usw.) zu verbinden.

3. Es braucht Zeit für Planung und Koordination: Ohne eine Synchronisation von Angebot und Nachfrage und eine korrekte Planung ist es nicht ratsam, Cross Docking im Lager anzuwenden. Deshalb sollte das Cross Docking zumindest so viel Zeit sparen, dass die für die Planung von Vorgängen benötigte Zeit am Ende kompensiert wird.

Die Integration aller Beteiligten in der Lieferkette ist für ein erfolgreiches Cross Docking unerlässlich.
Die Integration aller Beteiligten in der Lieferkette ist für ein erfolgreiches Cross Docking unerlässlich.

Wann also macht der Einsatz von Cross Docking im Lager Sinn?

1. … wenn es sich um große Warenmengen bei stabiler Nachfrage handelt: Die Warenströme bleiben konstant und können mit einer geringen Fehlerquote "vorhergesagt" werden. Dies ermöglicht eine gute Planung von Cross Docking Vorgängen und erübrigt die Lagerung großer Mengen an Sicherheitsbestand.

2. … wenn die Ware leicht verderblich ist. Müssen beispielsweise im Lebensmittelbereich Produkte mit ausreichender Haltbarkeit ankommen, um zum Verkauf angeboten zu werden, spart Cross Docking hingegen die Kosten für die Kühllagerung.

3. … bei Produkten, die Teil von Sonderaktionen oder Rabatten sind: Cross Docking ist eine effektive Möglichkeit, um schnell auf Nachfragespitzen reagieren zu können. Dies ist eine sehr beliebte Strategie im Konsumgüterbereich (Einzelhandel und Discounter).

4. … bei hochwertigen Artikeln mit kurzen Lieferzeiten: bei sperrigen und voluminösen Waren wie Möbel oder Haushaltsgeräte verlangt der Endkunde eine schnelle Lieferung. Um Kosten zu sparen, vermeiden viele Vertriebsgesellschaften, dass in jeder Filiale eine große Menge an Bestand gelagert wird, sondern betreiben Cross Docking direkt von ihren Distributionszentren aus: So können sie schneller auf die Nachfrage reagieren.

Zusammenfassend zeigen diese Vorteile und Nachteile von Cross Docking, dass es besonders für Lager der folgenden Branchen geeignet ist: Großhandel, Lebensmittelsektor, Pharma-, Chemie- und Logistikunternehmen (3PL).