Durchführung einer Inventur in einem Lager

Permanente, Stichtags- oder rotierende Inventur?

03 September 2018

Um eine ordnungsgemäße Bestandsführung des Unternehmens zu gewährleisten, ist Folgendes unerlässlich:

  • Etikettierung der Artikel, um über korrekte Artikelnummern zu verfügen
  • klare Kennzeichnung
  • korrekte Organisation aller Artikelfamilien und -unterfamilien: ordnungsgemäße Lagerung der verschiedenen Bestandsarten.
  • Planung der körperlichen Inventur oder der Buchinventur, ganz gleich, ob es sich um eine permanente, Stichtags- oder rotierende Inventur handelt.

Was ist eine Inventur?

Die Führung einer Lagerbuchhaltung ist eine Pflicht, die von allen Logistikunternehmen erfüllt werden muss. Neben der Pflicht, die Lagerbuchhaltung zu führen, ist gesetzlich vorgeschrieben, mindestens einmal jährlich eine körperliche Inventur durchzuführen. Bei diesem Vorgang werden alle im Lager vorhandenen Produkte und Waren manuell gezählt, was in der Regel unter Aufsicht des Leiters der Lieferkette geschieht.

Die körperliche – oder manuelle – Bestandsaufnahme ist besonders praktisch, um den im Lagerverwaltungssystem registrierten Bestand mit dem tatsächlichen Bestand zu vergleichen. Bei der körperlichen Bestandsaufnahme können Unternehmen Abweichungen und mögliche logistische Mängel, d. h. Fehler bei Kennzeichnung, Artikelnummern, Kommissionierung usw. erkennen.

Welche Arten der Inventur gibt es?

In der Logistik, genau wie in jeder anderen Branche, steht es jedem Unternehmen frei, die körperliche Inventur mit der Häufigkeit (jedoch mindestens einmal im Jahr) und der Methode durchzuführen, die ihm als am besten geeignet erscheinen. Führen Sie eine permanente, jährliche oder rotierende Zählung aller gelagerten Artikel oder nur bestimmter Klassen von Artikeln durch.

1. Die permanente Bestandsaufnahme

Sie müssen diese Methode, die auch computergestützte Inventur genannt wird, anwenden, wenn Sie Ihre Bestände in Echtzeit kennen wollen. Bei jeder Bestandsveränderung (Eingang oder Ausgang) eines Artikels wird die Menge des verfügbaren Bestands registriert: die Eingangsmenge und der Endbestand bzw. die Ausgangsmenge und der Endbestand.

Obwohl die Anwendung nicht immer einfach ist und Ressourcen erfordert, insbesondere bei großen Mengen von Artikeln und/oder hoher Bestandsrotation, ist die Bestandsverwaltung bei dieser Art von körperlicher Inventur genauer und realitätsnäher.

Diese Methode ist besonders nützlich bei einer großen Anzahl verschiedener Artikelarten und stellt einen integralen Bestandteil des Lagerverwaltungssystems dar. Darüber hinaus bietet sie einen ständigen Überblick über die Menge der verfügbaren Waren, um Fehlbestände und damit auch Probleme mit den Kunden zu vermeiden.

2. Die Stichtagsinventur

Wie der Name schon sagt, wird diese Art von Inventur einmal im Jahr an einem Stichtag durchgeführt, um die dabei erhaltenen Ergebnisse mit dem Buchbestand zu vergleichen.

Dieser Vorgang ist ebenfalls sehr aufwendig. Da er nur einmal im Jahr durchgeführt wird, müssen Sie Ihre Mitarbeiter richtig schulen und vorbereiten, um große Unterschiede im Vergleich zum Buchbestand zu vermeiden. Wenn das Lager groß ist und viele verschiedene Artikelarten enthält, sollten Sie mehrere Tage für die Durchführung des gesamten Vorgangs einplanen.

3. Die rotierende Inventur

Wenn Sie die beiden oben genannten Inventurarten nicht überzeugt haben, weil ihre Umsetzung – aus finanziellen oder personellen Gründen – zu aufwendig wäre, ist die rotierende Inventur sicherlich diejenige, die sich am besten für Ihr Unternehmen eignet. Die Unternehmen, die sich dafür entschieden haben, führen mehrmals im Jahr periodische und geplante Zählungen eines Teils oder mehrerer Teile ihrer gelagerten Artikelarten durch.

Diese Methode bietet Unternehmen viele Vorteile:

  • Vermeidet Fehlbestände: Ebenso wie die permanente Inventur vermittelt diese Methode einen allgemeineren und regelmäßigeren Überblick über den Bestand.
  • Aktualisiert regelmäßig den verfügbaren Bestand und vermeidet die Verschleppung von Fehlern beim Warenein- oder -ausgang über einen längeren Zeitraum hinweg.
  • Weniger aufwendig umzusetzen als die permanente oder Stichtagsinventur.

Es ist wichtig, die Anforderungen Ihres Unternehmens korrekt zu beurteilen, noch bevor Sie sich entscheiden, welche Art von körperlicher Bestandsaufnahme Sie in Ihrem Lager einführen möchten. Und wenn sich herausstellt, dass die von Ihnen verwendete Inventurmethode nicht die richtige ist, hindert Sie nichts daran, zu einer anderen zu wechseln.