Die meisten kompakten Regalsysteme sind auf das FIFO-Prinzip ausgelegt.

Kompakte Regalsysteme: Die wichtigsten Auswahlkriterien

12 Juni 2019

Bei der Auswahl von Industrieregalen für die Palettenlagerung gibt es zwei Haupttypen: konventionelle und kompakte Systeme. Abhängig von den Eigenschaften der Ware und dem Betrieb des Lagers hat die Zugänglichkeit zu jeder Palette oder eher die Raumnutzung Vorrang. Wenn letzteres das Ziel ist, kann mit kompakten Lagersystemen eine größere Kapazität erreicht werden.

Innerhalb der Kategorie Lagerung mit kompakten Regalsystemen findet sich noch eine Reihe von Subsystemen mit jeweils unterschiedlichen Eigenschaften. Die wichtigsten kompakten Regalsysteme sind:

Welche sind die wesentlichen Kriterien bei der Auswahl des einen oder anderen?

Die Kanaltiefe ist in jedem kompakten Regalsystem unterschiedlich.
Die Kanaltiefe ist in jedem kompakten Regalsystem unterschiedlich.

Kriterien zum Vergleich verschiedener kompakter Regalsysteme

  • Anzahl der Referenzen: Kompakte Systeme sind ideal, wenn es viele Paletten mit derselben Referenz gibt.
  • Tiefe der Lagerkanäle: In jedem Kanal oder auf jeder Ebene werden Paletten mit einer einzigen Referenz gelagert. Die Kapazität hängt also von der zulässigen Lagertiefe und den Paletten für jede Referenz ab.
  • Lagerumschlag: Durch die Klassifizierung nach dem ABC-System definiert sich auch die Art von Regal, das für die entsprechende Ware am besten geeignet ist.
  • Kompaktregale verwenden in der Regel die LIFO-Methode (Last In, First Out), mit Ausnahme von dynamischen oder Drive-Through-Regalen.
  • Produktivität: Obwohl sie in der Regel weniger flexibel sind als konventionelle Palettenregale, können sie hinsichtlich ihrer Beweglichkeit und Bedienbarkeit verglichen werden.
  • Sicherheitsgrad im laufenden Betrieb
  • Erforderliche Anfangsinvestitionen und geschätzter ROI

Vergleich von kompakten Regalsystemen

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die Eigenschaften der wichtigsten kompakten Systeme und der entsprechenden Auswahlkriterien:

Nach der Anzahl der zulässigen Referenzen

Die Anzahl der Paletten pro Referenz bestimmt die Eignung des einen oder anderen Systems. Einige Systeme erlauben eine größere Vielfalt an Referenzen als andere.

Anzahl der Referenzen je System
Einfahrregalanlagen Push-back-Palettenregalanlagen Pallet Shuttle Verschieberegalanlagen, Movirack Durchlaufregale
Niedrig. Jeder Gang erlaubt nur eine Referenz. Mittel/Hoch. Jeder Gang erlaubt eine Referenz. Wenn es jedoch in einem Modul fünf Ebenen gibt, multipliziert sich die Anzahl mit fünf. Mittel. Jeder Gang verfügt über eine Referenz, es wird jedoch eine Lagertiefe für mindestens 8 Paletten empfohlen. Hoch, da der direkte Zugriff auf die Referenzen ermöglicht wird (sobald der Gang geöffnet ist). Mittel/Hoch. Jeder Gang erlaubt eine Referenz. Wenn es jedoch in einem Modul fünf Ebenen gibt, multipliziert sich die Anzahl mit fünf.

Nach der Tiefe der Lagerkanäle

Jeder Kanal enthält Paletten der gleichen Referenz, so dass sich die Kapazität durch die erreichbare Lagertiefe in den Ladestraßen bestimmt.

Tiefe der Lagerkanäle je System
Einfahrregalanlagen Push-back-Palettenregalanlagen Pallet Shuttle Verschieberegalanlagen, Movirack Durchlaufregale
Mittlere oder geringe Kapazität: 8-10 Paletten in der Tiefe sollten nicht überschritten werden. Gering. Es hängt davon ab, ob Wagen oder Rollen verwendet werden. Kann auf 4 Paletten in der Tiefe begrenzt sein. Hohe Kapazität. Kann mehr als 40 Paletten in der Tiefe aufnehmen. Mittelweg zwischen kompakter und konventioneller Lagerung: Zusammenschiebbare Regale bei direktem Zugriff auf die einzelne Palette. Hohe Kapazität. Dieses System lässt mehr als 20m Lagertiefe zu.

Nach dem Lagerumschlag

Es gibt bestimmte Merkmale, nach denen sich das jeweilige System eher zur Lagerung von Waren mit hoher Umschlagshäufigkeit (A), mittlerer Umschlagshäufigkeit (B) oder niedriger Umschlagshäufigkeit (C) eignet:

Empfohlenes System je nach Umschlagshäufigkeit
Einfahrregalanlagen Push-back-Palettenregalanlagen Pallet Shuttle Verschieberegalanlagen, MovirackDurchlaufregale
hohe Umschlagshäufigkeit (A) mittlere Umschlagshäufigkeit (B) und hohe (A) hohe Umschlagshäufigkeit (A) mittlere (B) und niedrige Umschlagshäufigkeit (C)hohe Umschlagshäufigkeit (A)

Nach der Kompatibilität mit FIFO- oder LIFO-Prinzipien

Das jeweilige System muss auch hinsichtlich seiner Kompatibilität mit der Arbeitsweise des Lagers beurteilt werden. Die Reihenfolge der Warenströme und der Lagerbewegungen spielt dabei eine bedeutende Rolle. Folgenden Optionen stehen zur Verfügung:

Möglichkeit des Betriebs nach dem FIFO- oder LIFO-Prinzip
Einfahrregalanlagen Push-back-Palettenregalanlagen Pallet Shuttle Verschieberegalanlagen, MovirackDurchlaufregale
LIFO: drive-in
FIFO: drive-through
LIFO ermöglicht den Betrieb mit FIFO und LIFO (häufiger mit LIFO) ermöglicht den Betrieb mit FIFO und LIFOFIFO

Nach der erreichbaren Produktivität des Systems

In jedem Lager gibt es ein empfindliches Gleichgewicht zwischen der Lagerkapazität und der Funktionsfähigkeit der Anlage. Bei Kompaktregalen bestimmen die Tiefe der Kanäle sowie die Anzahl und Art der auszuführenden Arbeiten wie produktiv das jeweilige System ist:

Produktivität je System
Einfahrregalanlagen Push-back-Palettenregalanlagen Pallet Shuttle Verschieberegalanlagen, MovirackDurchlaufregale
Niedrig, insbesondere weil der Gabelstapler in den Gang einfahren muss. Hoch. Das Manövrieren erfolgt direkt, da die Palette in die erste Position gebracht wird. Mittel/hoch durch Steigerung der Wareneingangs- und Ausgangsbewegungen Mittel/niedrig, da bei Bedarf der erforderliche Gang geöffnet werden muss. Abhängig vom jeweiligen Lagermanagement. Hoch, da sich die Gabelstapler nicht im Inneren der Gänge bewegen.

Nach der Betriebssicherheit

Sicherheit ist ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Wahl des passenden Systems. Abhängig von den Eigenschaften des Regalsystems und den damit verbundenen Arbeitsprozessen ist das Unfallrisiko mehr oder weniger begrenzt:

Sicherheitsgrad je System
Einfahrregalanlagen Push-back-Palettenregalanlagen Pallet Shuttle Verschieberegalanlagen, MovirackDurchlaufregale
Gering. Da die Gabelstapler in die Kanäle einfahren, steigt das Risiko von Kollisionen. Hoch Hoch Hoch, durch die Integration von automatischen Erkennungs- und Haltesystemen. Hoch

Nach der Rentabilität und ROI

Um den wirtschaftlichen Nutzen einer Lösung zu bewerten, darf nicht nur die erforderliche Anfangsinvestition betrachtet werden, sondern auch die Auswirkungen des Systems auf die Betriebskosten und der geschätzte Return on Investment (ROI). So erfordern beispielsweise anspruchsvollere Lösungen eine höhere Anfangsinvestition, aber im Gegenzug führen die Produktivitätssteigerung und die damit verbundene Kostensenkung dazu, dass langfristig gesehen der Return on Investment höher ist.

Einfahrregalanlagen Push-back-Palettenregalanlagen Pallet Shuttle Verschieberegalanlagen, Movirack Durchlaufregale
Die Anfangsinvestition ist geringer, aber der ROI ist langfristig niedriger. Auch wenn diese Regale am wirtschaftlichsten sind, kommen noch Kosten für Geräte und Personal hinzu. Die Anfangsinvestition ist höher, dieses System erfordert aber weniger Wartungsaufwand als Einfahrregalanlagen. Die notwendigen Investitionen sind durchschnittlich, da sie die Anschaffung von automatischen Systemen implizieren, aber es bringt eine hohe Rendite. Der ROI wird mittelfristig erreicht. Die Anfangsinvestition ist durchschnittlich. Es kann erheblich Lagerfläche gespart werden. Die Anfangsinvestition ist hoch und wird sich mittelfristig amortisieren. Es werden weniger Geräte, aber mehr Fläche benötigt.

Fazit

Bevor Sie sich für das eine oder andere kompakte Regalsystem entscheiden, sollten Sie eine Berechnung der Anzahl der Paletten durchzuführen, die bei der jeweiligen Option unter Berücksichtigung der verfügbaren Lagerfläche und der Handhabungsgeräte aufgenommen werden könnten. Für eine ausführliche Beratung stehen Ihnen unsere Experten jederzeit zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns und wir werden gemeinsam die beste Lösung für Ihr Lager finden!