In der Definition des automatischen Lagers dürfen Regalbediengeräte nicht fehlen

Lagerautomatisierung: Definition und Automatisierungsstufen

11 Januar 2019

Ein automatisiertes Lager ist ein Lager, dessen Betrieb durch die Installation von Maschinen und automatisierten Systemen optimiert wurde, die Prozesse im Zusammenhang mit Warenannahme, Lagerung, Auftragsvorbereitung und Versand unterstützen. Diese Systeme können in Form und Betrieb sehr unterschiedlich sein, da es verschiedene Stufen der Lagerautomatisierung gibt.

Bei der Definition eines automatisierten Lagers darf natürlich die Logistiksoftware nicht außer Acht gelassen werden, da sie eine grundlegende Rolle bei der Lagerautomatisierung spielt. Die Maschinen arbeiten mit Computersystemen zur Steuerung und Ausführung, die ihre Kapazität mit den einzigartigen Funktionen von Lagerverwaltungssystemen oder WMS vereinen.

Gründe für die Automatisierung eines Lagers

In der Definition von Lagerautomatisierung sollte auch auf die Gründe eingegangen werden, weshalb automatisierte Lager ein stetig wachsender Trend geworden sind:

  • gestiegene Raum- und Personalkosten aufgrund hoher logistischer Nachfrage - eine Reduzierung der Lagerbestände spart Kosten für Raum und Personal
  • gestiegene Komplexität der Auftragsverwaltung
  • gestiegene Kundenerwartungen hinsichtlich schnellerer Lieferzeiten, personalisierter Bestellungen und höherer Fehlerinakzeptanz (insbesondere durch den Einzug von e-commerce im Lager)

Laut eines Reports der International Federation of Robotics (IFR), stieg der weltweite Umsatz mit Industrierobotern in 2017 um 30 %.

Vorteile der Lagerautomatisierung

Ein automatisiertes Lager eignet sich sowohl für Paletten als auch für Kisten und zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  • schnellere Auftragsabwicklung
  • mehr Präzision bei der Auftragsverwaltung
  • Reduzierung des Lagerraumes verbunden mit einer besseren Auslastung
  • erhöhte Sicherheit der Anlagen und für das Personal

All dies führt zu Einsparungen bei den Betriebskosten und zu einer Steigerung der Gesamtproduktivität im Lager.

Mit Mythen aufräumen: Was ist Lagerautomatisierung nicht?

Lagerautomatisierung ist ...

  • keine unflexible Strategie für Logistikprozesse, bei der es kein Zurück mehr gibt: Wenn eine vorherige eingehende Analyse durchgeführt wird, kann dieses Risiko jedoch vermieden werden.
  • kein System, das zu hohe Anschaffungskosten verursacht und deren Investition nicht amortisierbar ist (ROI): Ihr Einsatz hat einen direkten Einfluss auf die Rentabilität der Anlage, sodass ihre Auswirkungen auf die Kosten leicht gemessen werden können.
  • keine starre Lösung, die im eigenen Unternehmen nicht anwendbar ist: Angesichts des technologischen Fortschritts in diesem Bereich gibt es eine breite Palette von Lösungen auf dem Markt für alle Arten von Branchen und Lagern.

Die drei Stufen der Lagerautomatisierung

Es gibt zwei wesentliche Bereiche, die automatisiert werden können: die Entscheidungsfindung (d. h. die Verteilung der Aufgaben auf die Bediener, die zu verfolgenden Routen etc.) und der Transport von Waren zwischen den Sektoren des Lagers. Beide Bereiche finden sich in der Definition der Lagerautomatisierung wieder, da diese das Ergebnis der Kombination aus mechanisierten automatischen Systemen und dem Einsatz von Lagerverwaltungssystemen ist.

Diese Abbildung zeigt die verschiedenen Stufen, welche die Lagerautomatisierung definieren.
Diese Abbildung zeigt die verschiedenen Stufen, welche die Lagerautomatisierung definieren.

Basierend auf diesem Prinzip gibt es drei Automatisierungsstufen, die wir kurz zusammenfassen:

1. Manuelle Lager oder Lager mit geringem Automatisierungsgrad

Beim manuellen Lager oder in Lagern mit geringem Automatisierungsgrad werden Lagerplätze und Regalanlagen durch Menschen bedient, d. h. die Entscheidungsfindung liegt bei den Mitarbeitern. Die Materialentnahme und die Bestimmung der Routen erfolgen ohne automatische Hilfsmittel. Die Abwicklung kann dabei beleglos sein (z. B. via mobile Terminals) oder in Papierform mittels Einlager- und Kommissionierbelegen, die rückgemeldet werden.

2. Automatisierung der Entscheidungsfindung mittels LVS

Mit immer größer werdenden Lagern verkomplizieren sich auch die Abläufe. Aus diesem Grund haben sich viele Unternehmen dafür entschieden, das Management ihrer Prozesse zu automatisieren. Hier setzt das LVS an: Die Entscheidungsfindung wird an ein automatisches System delegiert, das jedem beteiligten Akteur mitteilt, welche Schritte er unternehmen muss.

In der Regel bedeutet der Einsatz eines LVS auch einen Fortschritt bei automatischen Systemen, wie z. B. Funkfrequenzleser oder andere Kommissioniersysteme wie Voice-Picking oder Pick-to-Light.

3. Erweiterte Automatisierung

Hier zeigt sich die Definition der Lagerautomatisierung par excellence. Es handelt sich um Anlagen, die den Transport und die Lagerung der Waren an fortschrittliche Bediensysteme delegiert haben. Die meisten folgen dem “Ware-zum-Mann”-Kommissioniermodell: Regalbediengeräte, Rollen- oder Kettenförderer, Miniload-Systeme für Kisten oder Pallet-Shuttle-Wagen.

Hinter der Definition der Lagerautomatisierung steht die Suche nach mehr Effizienz innerhalb der Prozesse im Lager. Damit erklärt sich auch der weltweite Trend zur Automatisierung der Lagerlogistik.