KI zur Entscheidung über Zeitpunkt und Ort der Bestandsauffüllung
„Lager können ihre Ressourcen besser nutzen und ihre Produktivität steigern“
Über das Forschungsprojekt
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Wiederauffüllung des Bestands in einem Lager? Mecalux und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeiten gemeinsam an der Entwicklung eines auf künstlicher Intelligenz basierenden Systems, das anhand der Analyse von Betriebsdaten den Bedarf im Lager vorhersagen und die Nachschubvorgänge optimieren kann. Die Forscher Matthias Winkenbach (Direktor des MIT) und Thorsten Greil (Forscher am MIT) erläutern, wie diese Technologie Fehlbestände reduzieren und die Produktivität in Lagern steigern wird.
Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts von Mecalux und dem MIT Intelligent Logistics Systems Lab wird untersucht, wie künstliche Intelligenz den Bedarf im Lager vorhersagen und den Warenfluss zur Verbesserung der Kommissionierung optimieren kann.
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Woher rührt die Notwendigkeit, die Art und Weise, wie Nachschubvorgänge in Lagern abgewickelt werden, neu zu überdenken?
Thorsten Greil: Die heutigen Lager werden immer dynamischer, insbesondere in Branchen wie dem E-Commerce. Die traditionellen Nachschubmethoden reichen nicht mehr aus, Nachschubmethoden reichen nicht mehr aus, um auf Nachfrageänderungen zu reagieren. Logistikanlagen verfügen in der Regel über verschiedene Arbeitsbereiche: Lagerbereiche, in denen der Bestand langfristig gelagert wird, Zwischenlager für die vorübergehende Lagerung sowie Kommissionierbereiche, in denen die Produkte bereitstehen müssen, damit die Lagermitarbeiter die Aufträge schnell kommissionieren und verpacken können. Zu bestimmten Zeitpunkten kann es vorkommen, dass mehrere Nachschubvorgänge gleichzeitig im selben Bereich stattfinden, was zu Engpässen führt und die Produktivität beeinträchtigt.
Die Lösung wird prädiktive Analysen und Optimierungsalgorithmen kombinieren, um zu ermitteln, wann, wo und in welcher Menge das jeweilige Produkt im Lager verfügbar sein muss
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Dennoch führen Lager bereits seit Jahren interne Warenauffüllungen durch. Was hat sich geändert, sodass nun ein intelligenteres System erforderlich ist?
Matthias Winkenbach: Viele Unternehmen wenden nach wie vor traditionelle Nachschubverfahren an, die sich auf feste Regeln stützen und sich daher nicht immer schnell und effizient genug an geschäftliche Veränderungen anpassen lassen. Dies kann zu längeren Reaktionszeiten, höheren Kosten und einem erhöhten Risiko von Fehlbeständen oder sogar zu Schwierigkeiten bei der fristgerechten Auslieferung der Aufträge führen. Das Ziel unseres gemeinsamen Forschungsprojekts mit Mecalux ist die Entwicklung eines intelligenten Systems, das den Bedarf vorhersagen und den Warenfluss zwischen den verschiedenen Lagerbereichen optimieren kann. Die Lösung wird prädiktive Analysen und Optimierungsalgorithmen kombinieren, um anhand der Analyse historischer Bewegungsmuster, des Standorts der Bestände und der prognostizierten Auftragvolumina den Zeitpunkt, den Stellplatz und die genaue Menge zu ermitteln, in der jedes Produkt verfügbar sein muss.
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Wenn der Schlüssel zur schnellen Kommissionierung im Vorwegnehmen des Lagerbedarfs liegt, welche Auswirkungen könnte diese neue Art der Nachschubsteuerung dann haben?
Je dynamischer das Lager ist und je schneller sich der Bestand bewegt, desto größer ist der Nutzen eines intelligenten Ansatzes bei der Nachschubplanung Thorsten Greil: Wir hoffen, dass die von uns entwickelte Technologie durch die Verringerung von Fehlbeständen die Effizienz bei der Kommissionierung verbessert. Darüber hinaus erfolgt der Nachschub zum bestmöglichen Zeitpunkt, um Beeinträchtigungen anderer Vorgänge zu vermeiden. Dadurch können Lager ihre Ressourcen besser nutzen, die Produktivität steigern und Kennzahlen wie die Kommissionierfähigkeit verbessern.
Dazu wird unser System einen Ansatz verfolgen, der wesentlich stärker auf Datenanalyse basiert. Das System berücksichtigt die tatsächlichen Kommissionieraufträge, die Verfügbarkeit von Ressourcen sowie einen Gesamtüberblick über alle gelagerten Artikel, um fundiertere Entscheidungen über den Zeitpunkt, den Ort und die Menge der Nachschubmaßnahmen zu treffen.
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Welche Unternehmen werden von dieser mit Unterstützung von Mecalux entwickelten Technologie profitieren?
Matthias Winkenbach: Die aus diesem Projekt hervorgehenden Modelle lassen sich auf jede Art von Lager anwenden. Die Vorteile werden jedoch vor allem in Unternehmen deutlich, die Lagerbestände mit hohem Umschlag verwalten und in kurzer Zeit zahlreiche Kommissionier- und Verpackungsvorgänge durchführen. Diese Art von Anlagen erfordert ständige Nachschubvorgänge sogar während der Nacht, was zu Beeinträchtigungen bei anderen Warenbewegungen führen kann. Je dynamischer das Lager ist und je schneller sich der Bestand bewegt, desto größer ist der Nutzen eines intelligenten Ansatzes bei der Nachschubplanung.